"Mach die Augen zu und genieße, was wirklich zählt." Zu dieser kurzen "Blind Audition" forderten die zehn Finalisten von "The Voice of Germany" ihr Publikum in der Brose Arena auf.
Ähnlich wie die Jury in der Fernsehshow sollten sich die rund 2000 Besucher nur auf die Stimmen der Künstler konzentrieren. Deshalb blieb für einige Minuten die Bühne dunkel und die Nachwuchstalente waren nur zu hören, aber nicht zu sehen.

Von den Stühlen gerissen

Allerdings war dies nur ein kurzer Augenblick. Die meiste Zeit des zweistündigen Konzertes zeigten die vier Mädchen und sechs Jungen ihre Gesichter, während sie die Bühne rockten und damit das Publikum förmlich von den Stühlen hoben.

Mit einer bunten Mischung aus bekannten Liedern wie "Roxanne" von The Police oder "Wolke 7" von Max Herre und eigenen Songs sangen sie nahezu pausenlos. Mal teilten sie sich ein Lied, mal gaben sie es solo zum Besten oder performten es alle gemeinsam. Und dies bis auf mehrere Dutzend Lichter und Scheinwerfer fast ganz ohne Bühnenschnickschnack oder Moderation. Es wurden lediglich zwischen den Songs hin und wieder Einspielungen aus der vergangenen Staffel gezeigt. Noch einmal wurden hierbei die schönsten Augenblicke der Show eingeblendet, noch einmal kullerten Tränen oder wechselten mit Jubelschreie ab.

Apropos Tränen: Wie emotional das Konzert auch für die Künstler war, zeigte sich an mehreren Szenen. So erhielt beispielsweise Alex Hartung für seine Rap-Interpretationen minutenlangen Beifall, und das Publikum forderte sogar lautstark eine Zugabe. Er genoss sichtlich das Bad der Gefühle und forderte tief bewegt alle Zuschauer auf, ihre Träume anzugehen und auch zu verwirklichen.

Emotionale Momente

Tief bewegt war auch die sonst eher toughe Marion Campbell. Vom Zuruf einer Zuschauerin, die so ihre Begeisterung für die Show mitteilte, war sie derart angetan, dass bei ihrem "Duett" mit Stefanie Kloß (die eingeblendet einige Stellen mitsang) die Tränen kullerten.

Auffallend und positiv war, dass die Staffel-Gewinnerin Charly Ann Schmutzler nicht besonders herausgehoben wurde. Lediglich das Intro und besonders das Ende der Show gehörten ihr: auf einer kleinen Bühne mitten in der Halle durfte sie ihre Single "Blue Heart" präsentieren.

Fazit: Eine bombastische Show, die ebenso vielseitig war wie die unterschiedlichen Charaktere auf der Bühne selbst. Bleibt für die talentierten Nachwuchsstars nur zu wünschen, dass sie nicht gleich wieder vom "Sternenhimmel" fallen und auch künftig ihren Traum, von der Musik zu leben, umsetzen können.