Wer die von der Sozialstiftung Bamberg eingerichtete Hotline (0951/5030) wählt, wird zu Regina Schumacher, leitende Psychologin und psychotherapeutische Psychologin am Klinikum Michelsberg, durchgestellt. Die 56-Jährige behandelt Menschen, die ähnliche Probleme durchmachen müssen, sehr häufig.

"Der Gedanke eines sexuellen Übergriffs ist etwas, das einen großen Schock auslöst", sagt die Expertin. Das Unwissen, ob man selbst Opfer geworden ist, könne zu einem Gefühl der Hilflosigkeit führen. Gerade auch in diesem Fall, in dem die Opfer dem Arzt willenlos ausgeliefert waren. Deshalb sei es wichtig, den Betroffenen klar zu machen: "Sie bekommen Unterstützung von uns. Welche Art der Unterstützung, werden wir durch vertrauliche Gespräche herausfinden." Wichtig sei in solchen Situationen, dass man keinen lange warten lässt. Deshalb habe die Klinik hier extra Zeit und Raum geschaffen, um die Gespräche zu führen.

"Das allerwichtigste ist mir, dass Frauen, die sich betroffen fühlen, sich überwinden und anrufen. Je eher sie sich melden, desto besser", sagt die Psychologin. "In der schwierigen Situation sollen die Betroffenen nicht alleine sein."

Allerdings kann Regina Schumacher nichts zu den momentan laufenden Ermittlungen sagen, das sei nicht Inhalt der Gespräche. Es gehe hier allein darum, den Betroffenen einen Rückhalt zu geben, ihnen aufzuzeigen, dass ihre Verunsicherung zu dieser schwierigen Situation gehört. Die Psychologin erarbeitet mit jedem einzelnen dann Strategien, um wieder zur Ruhe zu finden.