Zwei Tage lang machen sich Internatsschüler und Ehemalige des Aufseesianums auf den Weg, um Kindern eine Freude zu bereiten und Spenden für ein Kinderheim in Oradea (Rumänien) zu sammeln. Am Montag und Dienstag werden in diesem Jahr acht verschiedene Nikoläuse (und Ruprechte) unterwegs sein und jeweils bis zu acht Besuche erledigen. Einer von ihnen ist Marco Krummenauer, mit dem wir vorab sprachen.

Sehr geehrter Herr Nikolaus, Ihr Hauptarbeitstag steht an - freuen Sie sich oder sind Sie gestresst?
Marco Krummenauer: Das Nikolausspielen, das macht richtig Spaß. Ich habe schon als Internatsschüler bei der Nikolausaktion mitgemacht. Zuerst durfte ich als Ruprecht mitmachen und war sozusagen Nikolaus-Azubi, und dann im Jahr meines Schulabschlusses war ich das erste Mal Nikolaus. Ich komme seitdem jedes Jahr zum 6. Dezember von Mindelheim nach Bamberg, um Nikolaus zu spielen. Der Nikolaustag selbst ist natürlich schon ganz schön stressig. Manchmal geht es ohne Pause von zwei Uhr nachmittags bis um halb neun am Abend von einem Termin zum anderen. Andererseits geht der Tag viel zu schnell vorbei. Nach den Terminen treffen sich alle Nikoläuse, Ruprechte und Fahrer noch im Aufseesianum, sitzen zusammen und feiern.

Waren die Bamberger denn brav im vergangenen Jahr?
Wir bekommen von den Eltern immer Informationen geschickt, in denen steht, was der Nikolaus so alles sagen soll zu den Kindern, ob sie zum Beispiel brav sind, den jüngeren Geschwistern helfen und schön fleißig Trompete üben - oder eben nicht. Manchmal sollen die Kleinen dem Nikolaus ihren Schnuller geben, weil die Eltern finden, dass sie zu alt dafür sind. Meistens klappt das dann auch. Und Geschenke gibt's dann auch immer noch. Wenn man nach den Geschenken geht, dann müssen die Bamberger Kinder sehr brav gewesen sein. Manchmal frage ich mich, was bekommen die Kinder denn zu Weihnachten, wenn sie schon zum Nikolaus so reich beschenkt werden?

Wären Sie selbst gerne noch mal zehn Jahre alt, um sich als Kind beschenken zu lassen?
Eigentlich finde ich, dass man nie zu alt ist, um sich beschenken zu lassen. Wir spielen ja unentgeltlich für die Kinder Nikolaus, um ihnen eine Freude zu machen und gleichzeitig freiwillige Spenden für ein Kinderheim in Rumänien zu sammeln. Aber manchmal werden nicht nur die Kinder, sondern auch wir beschenkt. Zum Beispiel malen die Kinder oft Bilder für uns und manchmal gibt's zu den Geldspenden für Rumänien auch noch Lebkuchen, Schokoladenweihnachtsmänner oder eine Flasche Wein für Nikolaus und Ruprecht. Das wird dann am Abend im Kreis der anderen Nikoläuse gegessen und getrunken.

Was wünschen Sie sich selbst am 6. Dezember?
Ich wünsche mir vor allem, dass die Termine gut laufen, dass es kein Glatteis gibt und sich die Kinder über den Besuch freuen. Und natürlich freue ich mich darauf, meine alten Schul- und Internatsfreunde wohlauf zu sehen und mit ihnen am Ende des Tages zu feiern.

Was gefällt Ihnen am meisten in der Adventszeit?
Eigentlich genau das, was ich als Nikolaus bei den Besuchen erlebe: dass die ganze Familie stressfrei zusammen Zeit verbringt. Das ist eine besondere Stimmung vor Weihnachten, wenn es früh dunkel wird und recht kalt ist draußen und man selbst im Warmen bei Kerzenlicht, Plätzchen und Glühwein mit der Familie zusammensitzt und einfach nur redet und Zeit füreinander hat.

Hand aufs Herz: Welches Weihnachtslied können Sie nicht mehr hören?
Definitiv: Last Christmas!

Und welches singen Sie am liebsten mit?
Gibt's keines. Ich möchte meinen Mitmenschen lieber nicht die Freude an Weihnachten durch meinen Gesang verderben...