Wer beneidet Markus Pflaum? Vermutlich eine ganze Menge. Ganz bestimmt blicken 35 Kollegen zumindest beeindruckt auf das, was der Hallstadter Kämmerer bearbeitet: Rekordhaushalte. Heuer beispielsweise wird Pflaum, über 30 Millionen Euro "bewegen". Furchterregend freilich dürfte sich der Betrag ausnehmen, den Hallstadt an den Landkreis abtreten muss: die Umlage in Höhe von 6,6 Millionen Euro. Auf dieses Volumen kommen nicht einmal die Gesamtetats vieler Kommunen. Doch Hallstadts Kämmererkann sich beruhigt zurücklegen, der Stadt geht's finanziell so gut wie kaum einer Gemeinde im Landkreis.


Fraktionen bringen sich ein

In der von Erstem Bürgermeister Thomas Söder (CSU) geleiteten Sitzung stand nach diversen vorbereitenden der diesjährige Etat im Blick. Mit den von den Fraktionen beantragten weiteren Posten wird er ein Gesamtvolumen von fast 31 Millionen Euro aufweisen. Wobei auf den Verwaltungshaushalt (laufende Einnahmen und Ausgaben) 21 247 900 Euro und auf den Vermögenshaushalt (Investitionen) 9 500 400 Euro entfallen.

Seit vergangenem Jahr ist die Stadt schuldenfrei und das, obwohl Riesenprojekte wie etwa die Marktscheune "abgewickelt" wurden. Ein Grund dafür ist der unerwartete Segen bei der Gewerbesteuer: mit elf Millionen Euro hatte der Kämmerer gerechnet, tatsächlich gingen dank diverser Nachzahlungen aber 19,7 Millionen ein. So konnte ein zinsloses Darlehen getilgt werden und auch die Rücklagen profitierten. Sie sind zum Ende letzten Jahres auf 29 Millionen angewachsen.

Ein sattes Polster, um die vielen heuer anstehenden Projekte zu realisieren, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen. Freilich, so erklärte Pflaum den weitergehenden Finanzplan, wird sich das Polster bis 2019 auf 5,5 Millionen (ohne Sozialfonds und Bausparverträge) reduziert haben, "wenn alle Maßnahmen verwirklicht werden."

Heuer schrumpfen die Rücklagen jedenfalls um 8 253 000 Euro, die Umsetzung aller vorgesehenen Baumaßnahmen vorausgesetzt.

In ihren Statements stellten sich alle Fraktionen klar hinter die Projekte der Innenstadtentwicklung, die unter anderem mit Rathaussanierung, Marktplatzgestaltung und Lichtenfelser Straße den Schwerpunkt bilden.
Aufgrund der guten Finanzlage kann es sich Hallstadt weiterhin leisten, seine Steuern so niedrig wie bisher zu belassen: die Grundsteuern A und B bleiben somit bei je 250 v.H. und die Gewerbesteuer bei 310 v.H., zusätzlich wird der Preis fürs Trinkwasser weiterhin bei 1,8 Euro pro Kubikmeter betragen, obwohl das nicht kostendeckend ist und von der Rechnungsprüfung - wie schon so oft - angemahnt wurde. Die Hallstadter sind zudem weiterhin in der glücklichen Lage, für Straßenbaumaßnahmen nicht zur Kasse gebeten zu werden.

Den Bürgern, aber auch den vielen Unternehmen, die zum Wohlstand der Stadt beitragen, galt der besondere Dank aller Fraktionssprecher und der Bürgermeister Söder und und Ludwig Wolf. Wobei Söder auf eine weitere Besonderheit der Stadt einging: Bei einer Einwohnerzahl von gut 8300 verfügt man über gut 6000 Arbeitsplätze. "Das gibt es sonst eigentlich nirgends." Dem Kämmerer und den Mitarbeitern im Rathaus sagte Söder für die Verwaltung eines gewaltigen Finanzvolumens Dank. "Wir sind eine Stadt, die auf eine solide Basis zurückgreifen kann."

Das insgesamt 330 DIN-A 4-Seiten umfassende Werk des Kämmerers wurde mit einem einstimmigen Beschluss auf den weg geschickt. Vermutlich ist angesichts dieses Umfangs so mancher Känmerer dann doch wieder erleichtert, keine so großen Summen haushaltstechnisch betreuen zu müssen.

DIE ECKDATEN DES ETATS:

Größte Einnahmen: Gewerbesteuereinnahme 9,6 Mio. Einkommensteuerbeteiligung 3,5 Mio. , Grundsteuer B 820 000, Umsatzsteuerbeteiligung 800 000.

Größte Projekte: Rathaussanierung 1,6 Mio., Grunderwerb Hallstadt-West 1 Mio., Umgriff Marktscheune 250 000, Lichtenfelser Straße 500 000, Fischergasse 500 000, Horterweiterung 800 000, Deichnachrüstung 300 000, Kanalsanierungen 230 000;

Größte Umlagen; Kreisumlage 6,6 Mio., Gewerbesteuerumlage 2 180 000. an