Seit einiger Zeit ist der Biber nach hundert Jahren der Ausrottung wieder Teil der heimischen Tierwelt. Doch nicht jeder zeigt sich erfreut über diese Entwicklung. Denn der fleißige Nager beansprucht seinen Lebensraum zurück und legt dabei auch selbst Hand oder besser gesagt Zahn an.

Ist der Wasserstand in den Bächen zu niedrig, baut er einen Damm aus Baumstämmen und Ästen und staut damit das Wasser auf. Die dabei entstehenden "Biberteiche" sind ein Dorado für Amphibien, Libellen und Wasservögel. Aber auch Fische profitieren von den Renaturierungsmaßnahmen des Bibers: in dem Astgewirr unter Wasser finden sie einen hervorragenden Schutz vor Feinden.

"Der Biber schafft einzigartige Lebensräume für viele andere Tierarten", beschreibt Jürgen Vollmer, einer der ehrenamtlichen Biberberater im Landkreis Bamberg, die Situation.


Nutzflächen unter Wasser


Reichen Wiesen und Felder bis an den Bach heran, gibt es allerdings mancherorts Probleme: Die Bewirtschaftung feuchter Flächen ist für die Landwirte schwierig, manchmal stehen Nutzflächen sogar komplett unter Wasser.

Bei Oberhaid hat die Gemeinde nun in Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Bamberg eine gute Lösung gefunden: Der Biberdamm wurde durch eine sogenannte Dammdrainage wasserdurchlässig gemacht.

Der Wasserstand oberhalb des Dammes wird durch ein Rohr reguliert, das in den Biberdamm eingebaut wird. Das Tier erkennt zwar die Leckage, kann das Rohr aber nicht verschließen, weil der Einlauf zusätzlich mit einem Drahtkäfig umgeben ist.


Kompromiss gefunden


"So wurde ein Kompromiss erreicht, denn der Wasserstand beeinträchtigt jetzt die Wiesen und Felder nicht mehr negativ", erläutert Bürgermeister Carsten Joneitis.

Ein Abschuss der geschützten Tiere ist nur in Notfällen mit einer gesonderten Genehmigung des Landratsamtes zulässig. Soweit will man es in Oberhaid aber gar nicht kommen lassen, weshalb die Gemeinde von Anfang an tatkräftig an einer Lösung gearbeitet hat.