Eine schier unendliche Geschichte geht langsam ihrem Ende entgegen: In etwa einem Jahr wird der Erweiterungsbau der Teilbibliothek 4 für die Sprach- und Literaturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg komplett fertig sein und den Studierenden zur Nutzung übergeben werden können.

Das Gebäude wurde an der Stangsstraße auf dem Gelände eines ehemaligen Bosch-Dienstes errichtet. Es grenzt unmittelbar an die bestehende Bibliothek am Heumarkt an und wird mit dieser verbunden sein. Im Neubau sind auf drei Stockwerken die großen Säle zu erkennen. Hier werden Arbeitsplätze für Studierende untergebracht. Im Untergeschoss entsteht eine Magazin-Regalanlage.


4 Millionen Euro Baukosten

Weil für ein traditionelles Richtfest der Bau zu weit fortgeschritten ist - der Innenausbau läuft auf vollen Touren - hat sich das Bauamt entschieden, für Planer, Handwerker und Nachbarn eine "Baufeier" auszurichten, zu einer Zeit, in der "die meisten Gefahren vorbei sind", wie Amtsleiter Jürgen König bei der Begrüßung der Gäste sagte. Er nannte die wichtigsten Eckdaten: fast 900 Quadratmeter Nutzfläche und Baukosten in Höhe von 4 Millionen Euro. Mehr als 100 zusätzliche Arbeitsplätze, Einzel- und Gruppenarbeitsräume, ein Schulungsraum sowie ein Freihandmagazin und ein Lernbereich, der 24 Stunden am Tag zugänglich sein wird, entstehen in diesem zweiten Bauabschnitt.

Die Aufteilung des Bibliotheksbaus auf zwei Bauabschnitte war nötig gewesen, weil sich ein Teil des Grundstücks zu Beginn des ersten Abschnitts noch nicht im Eigentum des Freistaates Bayern befand. Dass es aber an die 25 Jahre dauern sollte, bis der zweite Abschnitt verwirklicht werden konnte, ist schon eine Besonderheit.

Godehard Ruppert, Präsident der Otto-Friedrich-Universität, ließ die Geschichte des zweigeteilten Bauwerks, die in den Anfangs- jahren seines Vorgängers begann, kurz Revue passieren. Zuerst habe der Freistaat das Grundstück nicht gehabt. Als dann die Grundstücksfrage geklärt war, sei das nötige Geld für den Bau nicht vorhanden gewesen. Erst dank TAO, der TechnologieAllianzOberfranken, könne er realisiert werden.

Der Verbund TAO nutzt die Synergieeffekte der Universitäten Bamberg und Bayreuth sowie der Hochschulen für angewandte Wissenschaften Coburg und Hof auf Lehr- und Forschungsebene und baut diese weiter aus. Wie Ruppert sagte, habe man großes Glück gehabt und bei TAO ein "kurz geöffnetes Fenster" nutzen können.


Auch für Bamberger Bürger

Die Teilbibliothek 4 ist seinen Worten zufolge die am meisten frequentierte Bibliothek der Uni. Dringend würden zusätzliche Flächen gebraucht. Das könne man an jedem Wochenende beobachten, wenn die Bibliothek voll sei mit Studierenden. Doch nicht nur für sie, sondern auch für alle Bürger der Stadt stehe die Teilbibliothek offen, und dieses Angebot werde gut genutzt. Mit den Planungen ist das Architekturbüro Meyer & Partner aus Bayreuth beauftragt, das auch schon für den ersten Bauabschnitt verantwortlich zeichnete.