Frage: Was hat das beschauliche Bamberg bald mit der australischen Millionenstadt Melbourne gemeinsam? Antwort: das Kunstwerk "Meeting" von Wang Shugang. Also jene acht im Kreis hockenden Männerskulpturen, die bei ihrem ersten Bamberg-Gastspiel von Sommer 2013 bis Winter 2014 so begeistert aufgenommen worden waren.

Ihrer mehrfach angekündigten Rückkehr für immer scheint nun nichts mehr im Weg zu stehen. Auch der Termin für die offizielle Begrüßung auf dem Schönleinsplatz ist festgelegt. Fiona von Colberg, Vorsitzende des Vereins "Freunde des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia", nennt ihn auf Anfrage: Freitag, 6. Mai.

Über die Uhrzeit und das Programm sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Der von Von Colberg vertretene Verein ist Eigentümer des achtteiligen Kunstwerks.


Durch Spenden finanziert

Erworben wurde es aus Spenden, die die gemeinnützige Gesellschaft "Circles - Kreis für neu Kunst und Kultur in Bamberg" mbH akquiriert hat. Anders als die Installation, die während der Kunstausstellung "Circles - Kreise" 2013/2014 zu sehen war, handelt es sich bei den angekauften Figuren um rot lackierte Bronzegüsse.

Auch wenn diese Schwergewichte nicht so leicht zu bewegen sein werden wie ihre Kollegen aus Kunststoff, sollen sie doch fest verankert werden, vorsorglich. Wie genau das erfolgt, wird laut Fiona von Colberg bei einem Ortstermin am Freitag besprochen. Es sei daran gedacht, jede Skulptur auf einen tief gründenden Betonsockel zu setzen.

Weltweit wird es ab Mai - neben Bamberg - nur eine zweite Stadt geben, in der Kunstfreunde das "Meeting" von Wang Shugang hautnah und dauerhaft erleben können. Laut Shugangs Berliner Galerist Alexander Ochs-Barwinek gibt es ausschließlich in der australischen Metropole Melbourne ein identisches Exemplar, das im öffentlichen Raum steht.
Es ziert eine Grünfläche in den Docklands, wo es die Bambergerin Ute Störiko kürzlich entdeckte, fotografiert und an die Lokalredaktion des "Fränkischen Tag" geschickt hat.

Das "Meeting" existiert in einer kleinen Auflage von nur drei Güssen. Im öffentlichen Raum wird es außer in Bamberg nur noch in Melbourne zu sehen sein, so Ochs-Barwinek.
Die Shugang-Installation im kanadischen Vancouver sei ähnlich, jedoch nicht identisch mit dem Kunstwerk sein, auf das sich viele Bamberger schon freuen. "Ich werde oft gefragt, wann die ,roten Männer' denn kommen", berichtet Fiona von Colberg.

Mehrmals hatte sich die Rückkehr des Kunstwerks verzögert, aus verschiedenen Gründen. Auch die 240 000 Euro für den Ankauf waren nicht so schnell zusammen gekommen, wie von den Initiatoren gedacht. Mit 70 000 Euro aus eigener Tasche hat Ochs-Barwinek selbst großen Anteil daran, dass das Kunstwerk für immer in seine Heimatstadt Bamberg kommt.