Ein ganzes Expertenteam informierte in der Sitzung des Marktgemeinderats über die Projektplanung für den Bahnübergang in Ebing im Rahmen des Ausbaus der ICE-Trasse. Wobei das Gremium der Meinung war, dass ein behindertengerechter und für Radfahrer nutzbarer Zugang zu den Bahngeleisen notwendig sei.

Dieter Thormann von DB-Projektbau erläuterte, dass bei diesen Planungen nicht alles konfliktfrei laufe. Wegen der FFH-Schutzgebietsausweisung musste die Planung geändert und die Bahntrasse nach Osten verlegt werden. Ein neues Planfeststellungsverfahren war nötig.

Martin Eckert von der Schüßler Plan-Ingenieursgesellschaft wies darauf hin, dass der Bereich Mainschleife bei Ebing die engste Stelle bei der Projektplanung sei. Die Bahngleise verlaufen unter der Autobahn. Zwischen den bestehenden Gleisen und dem Main werden zwei neue Gleise gebaut.

Dafür muss der Main, in enger Abstimmung mit den Naturschutzbehörden, nach Westen verlegt werden, gleichzeitig erfolgen am Fluss Renaturierungsmaßnahmen. Der bisherige Flusslauf bleibt als Altarm vorhanden. Bereits im Jahr 2015 sollen kleinere Baumaßnahmen in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landkreis erfolgen.

Brücke muss erneuert werden

Die konkrete Planung erläuterte Frank Wisch vom Ingenieur Büro Weyrauther. Die Mainbrücke der Kreisstraße BA 32 am Ebinger Bahnhof muss wegen ihres schlechten Zustands erneuert werden. Außerdem ist der Straßenquerschnitt zu schmal, er wird vergrößert. Die bisherigen zwei Pfeiler im Main werden auf einen Pfeiler reduziert. Östlich von der Brücke wird ein Kreisverkehr gebaut.

Die Bahngleise liegen einen bis eineinhalb Meter höher als bisher. Deshalb wird als Fußgängerüberweg über die Schienen ein 6,70 Meter hoher Fußgängersteg mit einer Treppe zum Bahnsteig und einem Abgang zur alten Kreisstraße gebaut. Durch eine Schieberampe kann dieser Steg auch von Fahrradfahrern genutzt werden.

Andreas Schneiderbanger (Ebinger Liste) unterstrich den bereits geäußerten Wunsch nach einer Unterführung. Frank Wisch antwortet, dass aufgrund des Grundwasserspiegels eine Grundwasserwanne erforderlich sei, ferner gebe es dann auch für den Auf- und Abstieg aus der Unterführung Treppen.

Die grob geschätzten Kosten bezifferte er für den Fußgängerüberweg auf 700 000 Euro und für die Unterführung auf 1,6 Millionen Euro. Außerdem fordere die DB-Netz AG einen Mehrerhaltungsaufwand für die Unterführung, so Frank Wisch. Dieter Thormann bemerkte, dass man beim Ausbau der Trasse zur Sparsamkeit verpflichtet sei.

Tunnellösung für den Radweg?

Bürgermeister Bruno Kellner (Vereinigtes Umland) erklärte, dass es gemeinsam mit dem Landkreis Überlegungen gebe, den Lückenschluss des Radwegs zur Staatsstraße zu bauen, dafür sei aber eine Tunnellösung notwendig, die Radfahrer nutzen könnten. Eine Unterführung, die von Radfahrern genutzt werden könne, würde auch der Landkreis begrüßen, betonte Michael Dotterweich, der stellvertretende Leiter der Tiefbauabteilung.

Andreas Schneiderbanger und Zweiter Bürgermeister Otto Schobert (Ebinger Liste) schlugen gemeinsam vor, den Tunnel in Richtung Zapfendorf zu verschieben. Hierzu erklärte Dieter Thormann, dass wegen des Platzbedarfs für diesen Tunnel eine Verschiebung schwierig sei. Durch das FFH-Gebiet und den Auwald sei der Platz für ein Verschieben der Unterführung stark eingeschränkt.

Vor dem Hintergrund, dass diese Planung eine Lebensdauer von 60 bis 80 Jahren habe, bat der Bürgermeister darum, das Ganze noch mal zu überprüfen. In den nächsten vier Wochen wird DB-Projektbau versuchen, das Problem zu lösen.

Danach gab es noch Informationen zur Lärmbelastung. Die Oberflächen der Schienen werden möglichst glatt gehalten, dadurch werden die Immissionsgrenzwerte für Ebing eingehalten. Im Jahr 2016 wird die Bahnstrecke gesperrt, damit sich die Bauzeit verkürzt.

Wichtig waren dem Marktgemeinderat die zu erwartenden Kosten. Finanziell beteiligen müsste sich die Gemeinde an den Kosten einer Unterführung sowie an den Kosten für die Parkplätze.