Der Monstersturm "Sandy" ist über die Ostküste der USA hinweggefegt. Über Facebook hat die Lokalredaktion am Dienstag einen Aufruf gestartet: Menschen aus Bamberg und der Region, die sich gerade in Amerika aufhalten, sollten sich melden und über ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit dem Wirbelsturm berichten. Es hat nicht lange gedauert und wir bekamen von drei Frauen Antwort, darunter von der Direktorin des Bamberger Künstlerhauses Villa Concordia, Nora Gomringer.

Laura Smith (ehemals Hallstadt) wohnt zurzeit in Chester, Vermont. Sie schreibt: "Sandy war ziemlich gnädig zu uns. Wir hatten relativ leichte Winde (um die 35 mph) und Regen, der von allen Seiten kam, gestern. Hier in der Umgebung sind ein paar Bäume umgefallen. Im Großen und Ganzen gab es zum Glück keinen großen Schaden. Der Connecticut River ist angestiegen, aber es kam (zumindest hier) noch nicht zu Überschwemmungen.

Die Telefon-Verbindungen waren sehr schlecht dank ,Sandy' und die Lichter haben ab und zu geflackert - der große Stromausfall, der für unsere Region angekündigt worden war, blieb jedoch aus! Vorbereitungen haben wir sehr ernst genommen, da die Großeltern meines Mannes bei Wirbelsturm ,Irene' letztes Jahr ihr Haus verloren haben.

Besorgt haben wir: pro Person pro Tag drei Dosen ,Dosenfutter' (für insgesamt drei Tage) und "Dry Food' wie Brot, Cracker, Nutri Bars etc., dazu zwölf Gallonen Wasser und eine Badewanne voller Wasser zum Waschen/Toilette spülen. Wäre es zum Stromausfall gekommen: Gaslampen, Kerzen, Batterien, etc. und "Bleach" (Bleichmittel) für den Fall, dass es zu Überschwemmungen und Flash Floods und somit zur Verpestung des Trinkwassers gekommen wäre. Mit acht Tropfen Bleichmittel pro Gallone kann man Wasser trinkbar machen (auch wenn sich das nicht wirklich köstlich anhört).

Ansonsten haben wir uns die Zeit mit Familienspielen vertrieben und nebenbei Nachrichten geschaut! Schulen sind aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Das Wetter in Bamberg ist mir also alle mal lieber.

Julia Davis, die bis 2007 am Bamberger Kaulberg gewohnt hat und dann nach New York gezogen ist, lässt uns über Facebook wissen: "Wir wohnen bei Buffalo. Die Region ist Western New York. Hier sind einige Bäume umgestürzt und Tausende Menschen noch ohne Strom.

Wir hatten letzte Nacht ziemlich heftigen Wind und Regen. Flüsse überschwemmen die Landschaft. Aber mehr haben wir Gott sei Dank nicht abbekommen. In New York City sind immer noch etwa sieben Millionen Menschen ohne Strom. Meine Schwägerin wohnt dort. Vieles ist zerstört, Subways sind überflutet, der komplette Verkehr liegt lahm. Flughäfen und Schulen sind geschlossen."

Ein Stück weiter weg vom Auge des Wirbelsturms war gestern Nora Gomringer, die Leiterin des Internationalen Künstlerhauses Bamberg. Auch sie erreichten wir über Facebook. "Ich sitze fest in Toronto, habe nicht ständig Zugang zum Internet und muss mich leider sehr aktiv (also mit Besuch beim Airlines Office etc.) umtun, um einen anderen Flug - mein ursprünglicher wurde am Dienstag gecancelt - zu ergattern", schreibt sie. "Dies scheint nun gelungen, und wenn der nicht auch noch abgesagt wird, komme ich wohl am Donnerstag morgen in Deutschland an.

Meinen Bruder - er lebt in New Jersey - hat es richtig getroffen. Er hat keinen Strom und der Sturm hat ihm ein Fenster zerdeppert. Ich kann also nur mit einem gewissen Genervtheitszustand dienen...aber man hat sich gut um mich gekümmert. Ich bin der einzige Gast des diesjährigen Internationalen Festivals of Authors und von daher hat man viel freundliche Sorge um mich aufgewandt."