Bald dürfte die "Humsera jetzerdla" weltweit bekannt sein: als Motiv auf ungezählten Fotos, die Schiffstouristen aus aller Welt heuer von ihrem Halt im Bamberger Hafen mit nach Hause nehmen.

Denn auch da steht sie jetzt: Unübersehbar ist die Steinfigur in der Mitte des Plätzchens, das alle Kreuzfahrt-Passagiere queren müssen, um zu den Bussen zu gelangen, die sie in die Innenstadt bringen. Dorthin also, wo die leibhaftigen Vorbilder der "Humsera" einst hockten: die Gärtnersfrauen, die früher auf dem Grünen Markt die Erzeugnisse aus eigenem Anbau verkauften.


Die "Humsera jetzerdla"

Auf dem Sockel der Figur im Hafen wird unter anderem erklärt, dass die "Humsera jetzerdla" eine heutige Interpretation der Markthöckn aus dem Atelier der Bildhauerin Antjepia Gottschalk ist, und, dass man der Bamberger Gartenbau-Tradition in einem Museum nachspüren kann.

Dort, im Gärtner- und Häckermuseum in der Mittelstraße, freut sich Kurator Hubertus Habel einerseits über die Werbung, die die "Humsera jetzerdla"-Figur nun auch im Hafen für den Gärtnerstand macht. Andererseits glaubt er nicht, dass die Gäste der Hotelschiffe den Weg in das kleine Museum finden. Das ehemalige Gärtnerhaus wäre dem Ansturm von so großen Gruppen auch gar nicht gewachsen, gibt Habel zu bedenken. Wie er sagt, würden sich die Besucherzahlen im Gärtner- und Häckermuseum auch ohne diese Klientel positiv entwickeln.


Beliebtes Fotomotiv

In der Verwaltung des Bamberger Hafens betrachtet man die Skulptur als eine Bereicherung. Alexander Ochs, Prokurist der bayernhafen Gruppe, konstatiert auf der Internetseite des Unternehmens: "Jetzt bringt sie den vor allem aus Australien und den USA stammenden Kreuzfahrttouristen auf ihre besondere Art gleich bei Ankunft ein Stück der vielfältigen Kulturgeschichte der Stadt näher." Außerdem entwickelte sie sich nach kürzester Zeit schon zum beliebten Fotomotiv.


Eine Leihgabe

Die steinerne Gärtnersfrau bleibt voraussichtlich bis Jahresende im Hafen. Es handelt sich um eine Dauerleihgabe von Stephan Zehentmeier. Der in Düsseldorf lebende Bamberger hat sich - zur Erinnerung an seine alte Heimat - eine große Gartenfigur schaffen lassen, die die Bildhauerin Gottschalk in Anlehnung an die Figur vom Bamberger Humsera-Brunnen am Grünen Markt geschaffen hat. Der neuen, üppigeren Humsera hat Zehentmeier den Namen "Humsera jetzerdla" gegeben - also die heutige.

Inzwischen gibt es die Figur auch als deutlich kleinere Garten- und Balkondekoration aus Kunststoff sowie als Schlüsselanhänger zu kaufen. Der große kommerzielle Erfolg sei nicht sein Ziel, sagt der Wahl-Düsseldorfer. Dazu seien seine Investitionen zu hoch gewesen, zumal die Gartenfigur nur in einer "sehr überschaubaren Stückzahl" und nicht in Serie hergestellt werde. Sein Hauptanliegen sei es, die "Humsera" wieder ins Gedächtnis zu rufen.