Mit Rat und Tat stehen die lokalen Fahrradwerkstätten zur Verfügung, sobald das gute Wetter kommt. "Jedes Jahr haben wir einen enormen Ansturm zwischen Februar und Mai", erläutert Michael Baier, Geschäftsführer von Radsport Baier in Mistendorf.

Ein Drittel aller Reparaturen fallen in diesem Zeitraum an. Größtenteils werden Kundendienste verlangt und der Wechsel von Verschleißteilen wie Bremsbelägen, Fahrradketten und -mänteln. "Wir stoßen jedes Jahr im Frühjahr an unsere Grenzen", bestätigt Fahrradmechaniker Marcus Childs.

"Dabei ist das komisch, im Winter haben wir mehr Luft und die Kunden hätten kaum Wartezeiten", sagt Michael Baier. Dennoch kämen die meisten Aufträge erst mit dem Frühling ins Haus.

Als sehr wichtig hebt Michael Baier die Instandsetzung der Fahrräder hervor. "Ein voll funktionsfähiges Fahrrad ist das A und O. Besonders die Bremsen und die Lichtanlage sind im Straßenverkehr sehr wichtig. Kommt es hier zu Mängeln, wird es schnell gefährlich im Stadt-Getümmel."

Dauernd etwas Neues


Neben den alltäglichen Reparaturen warten aber auch ganz neue Aufgaben auf Fahrradmechaniker. Durch die ständige Modernisierung und den Weg des Fahrrads hin zum Luxusobjekt gibt es ständig neue Herausforderungen. "Wir gehen jedes Jahr auf mehrere Lehrgänge, um dem Druck gerecht zu werden. Neue Techniken und mechanische Finessen fordern immer mehr Wissen, das wir als Fachmänner für unsere Kunden bereitstellen müssen", so Baier.

Alleine Federgabeln, früher noch mit Stahlfedern, heute mit Luftdruckfederung betrieben, seien in den letzten Jahren sehr komplex geworden. "Die heutigen Luftfederungen gehören jährlich gewartet. Nicht nur der Luftdruck muss passgenau auf das Gewicht des Fahrers eingestellt werden, die Federgabel sollte auch regelmäßig zerlegt, gereinigt und anschließend ordnungsgemäß geölt werden", erklärt sein Kollege Armin Frank.
Dies sei nur eine Komponente von vielen, auch die richtige Handhabung mit Scheibenbremsen und Gangschaltungen gewinne immer mehr an Anspruch.

Aber nicht nur die Instandsetzung stellt die Fahrradwerkstätten im Frühjahr vor große Aufgaben: "Wir verkaufen im Schnitt rund 50 Fahrräder in der Woche. Die müssen auch erst mal alle zusammengebaut werden", sagt der Chef.

Bei all dem Stress hat der Radladen-Besitzer aber stets die Vorzüge seiner Branche und seiner Arbeit vor Augen. "Meine Mitarbeiter und ich sind selbst seit Jahrzehnten leidenschaftliche Fahrradfahrer. Das Rennrad und das Mountainbike gehören einfach dazu - auf der Arbeit, oder danach in der freien Natur."

Von Jan Islinger