Die Hitze plagt Bamberg weiter, sogar die Nächte sind über 20 Grad warm. Meteorologen sprechen dann schon von Tropennächten. Die Folge: Wohnungen und Büros können nicht mehr auskühlen. Auch für solche extreme Wetterverhältnisse gibt es eine Arbeitsstättenverordnung.

Die gibt vor, dass für Bereiche von Arbeitsplätzen, die unter "starker Hitzeentwicklung" stehen, die Möglichkeit bestehen sollte, die Räume auf eine erträgliche Temperatur zu kühlen, etwa durch Außenjalousien. Ergänzend heißt es in den Richtlinien, dass die Raumtemperatur 26 Grad Celsius nicht überschreiten "soll". Es gibt aber Spielraum nach oben: Bei höheren Temperaturen müsse die Innenraumtemperatur mindestens sechs Grad unter der Außentemperatur liegen. Bei 35 Grad Celsius Außentemperatur genügt an Arbeitsplätzen also eine Abkühlung auf 29 Grad Celsius. Doch wie ist die Lage in den Büros der Stadt? Wie handhaben Arbeitgeber die Hitze? Wir haben uns umgehört.

Krawatten sind Pflicht

Bei der Sparkasse Bamberg mit 864 Angestellten gibt es wenig Bereiche, wo die Hitze für Probleme sorgt. Pressesprecher Mathias Polz erklärt: "Die Mehrzahl unserer Beratungs- und Büroarbeitsplätze sind klimatisiert und das aufgrund unserer umfangreichen Umweltmaßnahmen auch noch klimaneutral. Einige unserer Geschäftsstellen sind noch ohne Klimaanlage, aber auch dort gilt in diesen Tagen bankgemäße Kleidung." Sprich: Krawatten sind auch im Hochsommer angesagt. Aber: "Im Rahmen unserer variablen Arbeitszeit können sich die Kolleginnen und Kollegen absprechen und auch mal einen Nachmittag im Schwimmbad oder der Eisdiele verbringen", fügt Polz an.

Die Erzdiözese Bamberg gehört zu den größten Arbeitgebern der Stadt. 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier tätig. Harry Luck, Leiter der Pressestelle, gesteht, dass der Sommer seine Spuren hinterlässt: "Es gibt für die Beschäftigten keinen allgemeingültigen Dresscode. Natürlich sind die liturgischen Vorschriften für die Messgewänder von Priestern unabhängig von den Temperaturen. Aber zum Glück ist es in den meisten Kirchen sogar im Hochsommer angenehm kühl."

In den verschiedenen Dienststellen des Ordinariats würden viele Mitarbeiter in diesen Tagen in luftiger Kleidung zum Dienst erscheinen, es seien sogar schon Mitarbeiter im Innendienst mit kurzen Hosen und Flip-Flops gesichtet worden, gesteht Luck und erklärt weiter: "Im Rahmen der Gleitzeit kann jeder Mitarbeiter auch seine Dienstzeiten anpassen und zum Beispiel schon um 7.15 Uhr anfangen."

Apfelschorle für Busfahrer

Die Busfahrer Bambergs sind nicht zu beneiden. In den Fahrzeugen ist es heiß und stickig - denn der Einbau von Klimaanlagen ist zu teuer und würde sich laut Auskunft der Stadtwerke Bamberg nicht rechnen (siehe dieser Artikel). "Daher sind die Kleidervorschriften gelockert worden, der Schlips muss nicht getragen werden", meint Pressesprecher Jan Giesberg. Klaus Rubach, Geschäftsführer der Stadtwerke, verteilt sogar eigenhändig Getränke, damit seine Angestellten sich erfrischen können. Am ZOB etwa gab er kühle Apfelschorle an seine Busfahrer aus. Auch Baustellen fuhr er an und spendierte den Arbeitern dort eine Erfrischung.

Was aber macht Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD)? Muss er auch bei weit über 30 Grad in Sakko und Krawatte schwitzen? Er vertritt schließlich die Stadt und kann auch bei extremer Hitze nur selten eine Ausnahme machen, wie sein Sprecher Steffen Schützwohl sagt. Ansonsten gebe es im Rathaus keine Regelung, die die Kleidung der über 1400 Mitarbeiter festlegt. Dank der gleitenden Arbeitszeit könnten städtische Angestellte im Sommer bereits ab 6.30 Uhr ihren Dienst beginnen und entsprechend früher Schluss machen, so Schützwohl. Manche Dienststellen müssen allerdings für den Bürger zu festgesetzten Zeiten geöffnet sein.

Das Pflegepersonal am Klinikum Bamberg hat nur wenig Chancen, der Hitze durch luftigerer Kleidung zu trotzen. Wegen hygienischer Vorgaben seien im Dienst Kasak und leichte Hosen zu tragen, so Brigitte Dippold, Pressesprecherin des Klinikums. Frauen könnten sich am Kleiderkarussell auch ein Dienskleid aussuchen. "Leute mit Bürojob kommen durchaus etwas luftiger zur Arbeit. Strandkleidung ist aber wie in allen Firmen ein No-Go", führt Dippold aus.

Doch wie entgeht man dem Hitzeschock auf der Arbeit? Wenn keine Klimaanlage vorhanden ist, verrichtet ein Ventilator gute Dienste. Und morgens das Lüften nicht vergessen! Alle Fenster sollten weit geöffnet werden. Wird es wärmer, die Fenster wieder schließen. Das Büro bleibt so wenigstens eine Weile etwas kühler.