Mit einem kleinen Festakt weihte die Lebenshilfe Bamberg gestern ihre neuen Werkstatträume in der Moosstraße ein. Wie dringend notwendig Umbau und Sanierung waren, zeigte Werkstattleiter Stefan König, als er sich in seinem Grußwort an die Zustände vor der Renovierung zurückerinnerte. "Die Sozialräume der Mitarbeiter, explizit die Toilettenanlage, waren verbraucht und unhygienisch. Und im Winter 2007/08 kam nach einer Woche Dauerfrost aus den Wasserhähnen eines Teilbereiches der Werkstatt kein Wasser mehr; es war schlichtweg eingefroren", schilderte König. Ferner sei es eine Daueraufgabe des Hausmeisters gewesen, den Holzparkettboden auszubessern, aus dem sich ständig Holzklötze lösten und die eine hohe Unfallquelle für die Mitarbeiter waren.

Daher sei es eine Erleichterung für alle gewesen, als im Juni 2012 die ersten Bagger anrollten und damit eine umfassende Sanierung der Werkstatt begann. "Sicherlich gab es während der langen Umbauphase bei laufendem Betrieb viele kritische Situationen zu meistern und nicht jeder Wunsch konnte umgesetzt werden, aber inzwischen haben wir eine Werkstatt, in der sich jeder wohlfühlt", resümierte König.

Auch Klaus Gallenz, Vorstandvorsitzender der Lebenshilfe, freute sich über die neuen Räumlichkeiten. "Sie sind im Gegensatz zu früher technisch zeitgemäß, hell und freundlich gestaltet und bieten unseren 170 Mitarbeitern eine angenehme Arbeitsheimat." Insgesamt wurden auf rund 4500 Quadratmeter Nettofläche rund 5,7 Millionen Euro verbaut. An der Finanzierung haben sich das baye rische Sozialministerium, die Agentur für Arbeit und der Bezirk Oberfranken beteiligt. Einen beachtlichen Teil der Kosten trug die Lebenshilfe selbst.

Kaum mehr wiederzuerkennen

"Wir haben in den fast drei Jahren Bauzeit die beiden großen Produktionshallen umstrukturiert und modernisiert, die Belichtung verbessert sowie die sanitären Anlagen erneuert", berichtete Gallenz. Zudem wurden der Versorgungsbereich neugebaut, brandschutztechnische Auflagen erfüllt, die Gebäude einschließlich der Heizung energetisch modernisiert und Sonderräume für Schwerbehindertengruppen und Ruheräume geschaffen.

"Somit ist die 1972 errichtete alte Werkstatt kaum mehr wiederzuerkennen", sagte der Vorstandsvorsitzende.
Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD), der sowohl für die Stadt als auch den Landkreis sprach, unterstrich, dass nach dem erfolgreichen Abschluss der Baumaßnahme Menschen mit Behinderung in einer zeitgemäßen und ansprechenden Umgebung arbeiten könnten. "Vor allem aber bietet die Arbeit in einer modernen Werkstatt die Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Behinderung eine wirkliche Teilhabe an der Gesellschaft bekommen", so Metzner. Schließlich sei es enorm wichtig für alle Menschen, die Möglichkeit zu haben, einer Arbeit nachzugehen. Denn damit könnte sich jeder Mensch beweisen und sich in irgendeiner Weise selbst verwirklichen.