Wenn der Kreistag zu Bamberg voraussichtlich im April wieder zusammen kommt, wird es nicht nur um den Landkreis-Haushalt oder die Energiewende gehen. Dann steht auch der Manager der Brose Baskets Bamberg, Wolfgang Heyder, bereit, in die Kreispolitik einzugreifen. Vor vier Jahren auf Platz 12 der SPD-Liste bei der Kreistagswahl eingekommen, rückt er jetzt für die langjährige Kreisrätin Marga Söhnlein nach, die aus gesundheitlichen Gründen um die Entlassung aus ihrem Ehrenamt nachgesucht hat. Der 55-jährige Heyder ist gebürtiger Schweinfurter und kam als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Bamberg. Jetzt lebt er in der Gemeinde Litzendorf.

Ein erster Schritt ist immerhin gemacht. Nichts einzuwenden hatte der Kreisausschuss unter Leitung von Landrat Günther Denzler (CSU) gegen den Antrag von Kreisrätin Marga Söhnlein (SPD) auf Niederlegung ihres Kreistagsmandates. Söhnlein machte dafür gesundheitliche Gründe geltend. Die Entscheidung darüber muss jetzt der Kreistag treffen.

Hält sich der Kreistag an die bisherigen Gepflogenheiten, dürfte das Ausscheiden von Marga Söhnlein Formsache sein. Gleichzeitig wird der Kreistag über das Nachrücken des Listennachfolgers entscheiden. Wolfgang Heyder habe bereits schriftlich erklärt, vorbehaltlich einer entsprechenden Beschlussfassung des Kreistages über den Wunsch von Marga Söhnlein die Wahl zum Kreisrat des Landkreises Bamberg als Listennachfolger anzunehmen, teilte Leitender Verwaltungsdirektor Georg Ensner mit.


Arbeit in Jugendhilfe- und Familienausschuss geplant



Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Franz-Josef Schick, ließ dazu wissen, dass Heyder die Positionen von Marga Söhnlein in Jugendhilfeausschuss und Familienausschuss (Mitglied) und im Umweltausschuss (zweiter. Stellvertreter) übernehmen wird. Weiter soll Heyder zweiter Stellvertreter für den Sitz der SPD im Rechnungsprüfungsausschuss (Mitglied Renate Neubecker) werden.

Einbringen will sich Wolfgang Heyder vor allem in den Bereichen Kultur und Sport, Jugend und Soziales, wie er in einer ersten Stellungnahme wissen lässt. Wieviel Zeit er dafür hat? "Ich bin in den letzten beiden Jahren einiges los geworden, zum Beispiel meine Trainer-Tätigkeit. Außerdem sind meine Kinder mit 18 und 17 Jahren aus dem ,Gröbsten' heraus. Ich werde die Zeit finden, zumal jetzt auch die Halle (Stechert-Arena) wieder in ruhigeren Bahnen läuft", ist Heyder zuversichtlich.

Ob er mit der Hallen-Lösung in Bamberg schon so eine Art politisches Gesellenstück geliefert hat? "Wir haben eine Superlösung für alle gefunden", blickt Heyder zurück. "Die Stadt schreibt eine schwarze Null und die Oberfranken-Stiftung ist im Boot."

In der Kreispolitik hat er dagegen bisher wenig Erfahrung. "Ich will erst mal dabeisein", meint er. Sollte er für die Politik die gleiche Begeisterung wecken können wie für den Basketball in Bamberg, dürfte es mit der Politikverdrossenheit aber bald vorbei sein.