Die Trockenheit ist jetzt schon außerordentlich hoch. Heuer hat der kalte Frühling mit viel Regen den Boden sehr verschlemmt und damit hart werden lassen. Dieser ist teilweise schon richtig rissig geworden. Die Dürreschäden sind besonders an exponierten Stellen unübersehbar.

Dazu hat auch die trockene Festlandluft aus dem Osten beigetragen. Wir haben praktisch in diesem Jahr ein Wetter der Extreme. Die Pflanzen und der Boden ersehnen jetzt dringend zwischendurch auch wieder einen Regen. Leider entfernt sich die Mehrheit der Menschen immer mehr von der Natur und wünscht sich den ganzen Sommer ein "schönes" Wetter. Viele machen sich kaum mehr Gedanken darüber, wie es dabei der Umwelt ergeht. Wer ein Grundstück bebaut, lebt mit der Natur und fühlt noch die "Sorgen" der Pflanzen.

Gießen früh am Morgen

Am besten ist das Gießen in den sehr frühen Morgenstunden. Bis zur großen Hitze sind die Blätter wieder abgetrocknet. Tropfen können bei starker Sonnenbestrahlung wie ein Brennglas wirken und somit Eintrittspforten für Pilzkrankheiten schaffen. Dies ist vor allem bei Gemüse- und Salatblättern der Fall.

Am besten ist es, man lässt das Wasser vorsichtig direkt an die Wurzeln laufen. Ein Verschlemmen des Bodens ist dabei nach Möglichkeit zu vermeiden. Ein anschließendes Überziehen der benetzten Fläche mit krümeliger Erde lässt das Wasser nicht wieder so schnell verdunsten. Bei Buschbohnen, Kohlpflanzen und Lauch entsteht dadurch auch die gewünschte Anhäufelung, die für eine bessere Stabilität sorgt.

Kein Rasensprenger bei großer Hitze

Eine Unsitte ist es, bei großer Hitze den Rasensprenger einzuschalten. Hier wird ein Großteil des Wassers gleich wieder verdunstet. Von dem kalten Wasser aus der Leitung erschrecken die Pflanzen am Rande der Rasenfläche sehr. Das bekommt ihnen überhaupt nicht gut.

Wer rechtzeitig seine jungen Bäume in der freien Landschaft oder im Garten immer wieder mit frischem Gras oder Rasenschnitt gemulcht hat, kann sich sicher sein, dass sie die Hitze besser überstehen. Das Mulchmaterial sorgt dafür, dass der Boden geschützt ist und nicht ausbrennt. Die Feuchte aus dem Frühjahr konnte damit zu einem großen Teil konserviert werden.

Das Mulchen mit Gras geht mithilfe einer Sense hervorragend. Das nachwachsende Gras ringsherum kann somit immer wieder zum Baum hin geschoben werden. Die Mulchschicht sollte etwa den Umfang der der Krone haben und mindestens acht Jahre lang bei den jungen Bäumen verbleiben.

Außerdem erfolgt durch das Mulchen mit Gras oder Rasenschnitt eine Düngung. Das Bodenleben wird mit organischem Futter versorgt. Dadurch werden Nährstoffe freigesetzt. Zudem werden Wildkräuter unterdrückt. Trotzdem ist aber jetzt bei der extremen Trockenheit ein zusätzliches durchdringendes Gießen von Vorteil.

Blätter können verbrennen

Das Schneiden an Bäumen und Sträuchern sowie Formhecken sollte bei ganz großer Hitze vermieden werden. Die Blätter in den unteren Bereichen sind nicht an eine starke Sonneneinstrahlung gewöhnt und können verbrennen. Deshalb sollte für diese Arbeiten, kühleres und trübes Wetter abgewartet werden.

Beerensträucher sind Flachwurzler und deshalb besonders empfindlich gegen Trockenheit. Für sie sind das Mulchen und das richtige Gießen jetzt besonders wichtig. Das Gleiche gilt auch für Obstspindeln, die ihr ganzes Leben lang einen offenen Boden mit Mulchschicht benötigen so wie einen Pfahl, an dem sie angebunden bleiben müssen. Die flachen Wurzeln ergeben bei dieser Baumform auch nach vielen Jahren kaum Stabilität.

Tomaten haben hohen Wasserbedarf

Der Wasserbedarf bei Tomaten ist höher als oftmals angenommen wird. Vor allem aber soll die Wasserversorgung gleichmäßig erfolgen. Starke Schwankungen zwischen Trockenheit und Nässe mag die Tomate nicht. Dies fördert auch das Platzen der Früchte.

Bei Gießen ist stets darauf zu achten, dass die Blätter trocken bleiben. Das Eingraben eines Topfes als Trichter für das Gießwasser hat sich bewährt.

Im Gewächshaus ist stets für eine die Belüftung zu sorgen. Zur Unterstützung der Befruchtung sollen hier die Pflanzen möglichst täglich leicht gerüttelt werden. Dies morgens gemacht werden, weil der Pollen dann am besten auf der Narbe haften bleibt. Mit Ausnahme der Buschtomaten, die nicht ausgegeizt werden müssen, sollten Tomaten stets 1-triebig erzogen werden. Alle Seitentriebe sind möglichst frühzeitig zu entfernen. Dabei ist ein Abschneiden der überschüssigen Triebe besser als ein Ausbrechen.

Regenwasser für Petunien

Wenn Petunienblätter gelb werden, so ist meistens ein Gießwasser mit hohem Kalkgehalt daran schuld. Hier sollte möglichst Regenwasser verwendet werden. Auch ein spezieller Petuniendünger kann Abhilfe bringen. Knollenbegonien sind eine besondere Zierde auf Terrassen und Balkonen. Auch als Zimmerpflanzen sind sie geeignet. Knollenbegonien lieben nicht die pralle Sonne. Sie benötigen viel Wasser; aber keinerlei Staunässe. Außerdem darf nur schwach dosiert gedüngt werden. Zu viel Stickstoff macht die Triebe weich.