Der Tag erinnert an Jesus in der Krippe, also nach christlichem Glauben an das Erscheinen Gottes in der Welt. Daher wird der Tag auch Epiphanias genannt - aus dem griechischen Wort "epiphaneia" für "Erscheinung" abgeleitet. Im frühen Christentum erinnerten die Gläubigen am 6. Januar zudem an die Taufe Christi. Einige orthodoxe Kirchen, etwa in Russland, feiern am 6./7. Januar das Weihnachtsfest.

In Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt sowie in Österreich ist der 6. Januar gesetzlicher Feiertag.

In der katholischen Sternsinger-Aktion zu Beginn jeden Jahres ziehen Hunderttausende Kinder als Heilige Drei Könige verkleidet von Haus zu Haus und sammeln Spenden für Projekte in den armen Ländern der Erde.
Das ursprüngliche Geburts- und Tauffest Jesu wurde erst im frühen Mittelalter zum Gedenktag für die "Heiligen Drei Könige", die das Jesuskind anbeten. Die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar erhielten die drei "Könige" wohl um das 8. Jahrhundert herum. Später wurde Balthasar eine schwarze Hautfarbe zugesprochen.

Weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder


Die diesjährige Sternsinger-Kampagne wurde am 28. Dezember in Mainz eröffnet. Sie steht unter dem Motto "Klopft an Türen, pocht auf Rechte!" und will für die weltweite Einhaltung von Kinderrechten werben. Als Beispielland wurde Nicaragua gewählt. Verkleidet als die Heiligen Drei Könige ziehen sie um den Jahreswechsel herum von Haus zu Haus, verteilen den Segen und werben um Spenden. Das gesammelte Geld kommt Hilfsprojekten weltweit zugute.

Von den Heiligen Drei Königen ist in der Bibel nichts zu lesen.

Der Evangelist Matthäus schreibt lediglich über Sterndeuter, die nach Bethlehem kamen, um dem neugeborenen Jesus zu huldigen, den sie für den neuen König der Juden hielten. Sie brachten Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben mit.
Wie viele es waren, ist dem Evangelium nicht zu entnehmen. Wegen der drei Gaben ging man später davon aus, dass es sich um drei Sterndeuter gehandelt haben muss. Aus den Sterndeutern wurden erst im sechsten Jahrhundert Könige, wie das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" erläutert: "Man nahm an, dass nur Könige Königsgeschenke überreichen können." Auch von den heute gängigen Namen Caspar, Melchior und Balthasar steht nichts in der Bibel. Sie bildeten sich erst im Frühmittelalter heraus.
Große Verehrung erfuhren die Heiligen Drei Könige in Köln - dort sollen den christlichen Legenden nach ihre Gebeine ruhen. Im 9. Jahrhundert wurden die Reliquien in die Stadt am Rhein überführt, was die Gläubigen in Massen anzog.

Allein im Erzbistum Bamberg engagieren sich mehr als 6000 Kinder und Jugendliche als Sternsinger.

Bundesweit beteiligen sich etwa 500.000 Kinder und Jugendliche an der Aktion. Seit ihrem Bestehen sammelten die Sternsinger laut dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mehr als 770 Millionen Euro für Kinderhilfsprojekte in aller Welt.
Die Aktion darauf zu reduzieren, dass sich die Kinder als die im Evangelium erwähnten Sterndeuter aus dem Morgenland verkleiden und umherziehen, wäre jedoch falsch. "Die jungen Menschen machen sich auf den Weg, um solidarisch mit anderen Kindern und Jugendlichen zu sein", sagt Diözesanjugendpfarrer Detlef Pötzl. "Sie sind unterwegs, um Segen zu bringen." Damit werde die Welt "ein wenig menschlicher".

Die meisten Türen, an denen sie klingeln, werden freundlich geöffnet.

Zwei Tage lang schreiten die Kinder von Tür zu Tür, das Weihrauchfass und ein großer Stern sind immer dabei.
Nach einem Lied und der Bitte um Spende schreiben die Sternsinger mit Kreide einen Segen an die Tür: "20 C+M+B 12". Die Buchstaben stehen für den lateinischen Satz "Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus". 1959 startete die Aktion in Deutschland.
Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der BDKJ, die die Aktion in der Bundesrepublik organisieren, sprechen von der weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Das Interesse am Sternsingen sei in den Pfarreien nach wie vor sehr groß, sagt Pfarrer Pötzl. "Die Sternsingeraktion ist ein Erfolg." In manchen Gemeinden seien auch evangelische Kinder und Jugendliche dabei, was ein schönes Zeichen der Ökumene sei.

"Die Aktion ist beliebt."

Im Erzbistum München-Freising sind etwa 10.000 Mädchen und Buben als Sternsinger aktiv. Das Leitwort der Aktion lautet in diesem Jahr "Klopft an Türen, pocht auf Rechte". Im Blick sind besonders die Kinderrechte im lateinamerikanischen Nicaragua. Im vergangenen Jahr gelang es den Sternsingern hier, mehr als 40 Millionen Euro Spenden einzusammeln. epd/dpa

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