Pünktlich als der Hirschaider Faschingszug die Kanalbrücke überquerte, brach die Wolkendecke auf und die Sonne kam zum Vorschein. Zur Freude der vielen Narren, die sich entlang der Route postiert hatten. Ganze 39 Fußgruppen und Wagen gestalteten dieses Jahr den Zug mit und bewiesen dabei allerhand Ideenreichtum.


Tierische Narren



Vorneweg sorgte das "Hirschaider Blech", ganz im Zeichen des Sports in Trikots aller Art gekleidet, für musikalische Untermalung, bevor die "Härschaadä Lösung" für die Frage "Was kostet die Welt" präsentiert wurde. Die selbstgebaute Hirschaider Gelddruckerei spuckte Süßigkeiten und Luftschlangen.

Mit einer beeindruckenden Reiterstaffel präsentierten sich die "Musketiere" der Freunde der Barockpferde aus Sassanfahrt, zahlenmäßig noch übertroffen vom tierischen Aufgebot der Pferdefreunde Hirschaid. Vom Faschingstrubel nur wenig beeindruckt marschierten die Pferde entspannt im Zug mit. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Hirschaid und Seigendorf hatten sich beide dem Feiern verschrieben, doch während die Hirschaider ihren Wagen im Südsee-Stil gestalteten, hatten die Seigendorfer ihre eigene Skihütte mitgebracht.

Ambitioniert zeigte sich der Elferrat, der zusammen mit Neubert die Olympischen Winterspiele 2054 nach Hirschaid holen möchte. Um das IOC zu überzeugen wurde gleich ein Konzept für die notwendigen Sportstätten präsentiert: Auf der A73 werden die Langlaufloipen angelegt und die Friesener Warte bekommt eine Skisprungschanze.

Ebenfalls Thema war der geplante Bau von meterhohen Lärmschutzwänden aufgrund der beiden neuen ICE-Gleise. Von "Hirschaid 21" war die Rede und mit dem Ulbricht-Zitat "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten" wurde die durch die Wände entstehende räumliche "Trennung" Hirschaids in Ost und West auf die Schippe genommen.


Ein bisschen Rio in Hirschaid



Für brasilianisches Flair mit Trommeln und Trillerpfeifen sorgte die bestens aufgelegte Sambagruppe "Sambasdscho" und brachte beinahe ein wenig Rio de Janeiro ins fränkische Hirschaid. Mit viel Fußvolk aus allen Altersklassen bereicherte der MCS Sassanfahrt den Zug, in dem auch der TSV Hirschaid und "TanzRhythmus Hirschaid" mit mehreren Gruppen vertreten waren.

Eine gute Nachricht für alle hatten die "Hippies" vom Stammtisch "Hirschaider Löwen" zu verkünden. Zum Thema "Weltuntergang 2012" titelten sie: "Die Welt geht nicht unter, mit uns wird sie nur noch bunter". Man darf sich also auch im nächsten Jahr auf einen Hirschaider Faschingsumzug freuen. Als der Zug seinem Ende an der Jahnhalle entgegensteuerte, hatte auch das fast frühlingshafte Wetter ein Ende. Mit ein wenig Schneeregen wurden die zahlreichen Zuschauer nach Hause verabschiedet.