Es sind nur vier Buchstaben, aber die Auswirkungen sind groß - auch für Bamberg. Dies meinen zumindest die Aktivisten von Greenpeace und protestierten am Samstag mit einem Infostand an der Unteren Brücke gegen das Handelsabkommen mit Kanada, kurz Ceta. "Wir haben uns sehr über die Resonanz gefreut, waren aber auch entsetzt, wie wenig richtig fundiertes Wissen über das Handelsabkommen es bei der Bevölkerung gibt", schilderte Sabrina Batz von Greenpeace. Zwar seien die meisten schon mit dem Begriff vertraut, was sich aber im Detail dahinter verberge, wäre vielen einfach nicht klar.

Daher waren die Aktivisten bei Greenpeace umso bestärkter, hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Zudem wollten sie mit dieser bundesweiten Aktion - Gegner des Abkommens konnten ihre Ablehnung mit einem Sticker und ihrer Unterschrift an einer Plakatwand dokumentieren - die Ratifizierung von Ceta verhindern.


Mehrere Gründe für Veto

Für Greenpeace gibt es mehrere Hauptpunkte, die gegen Ceta sprechen, welches noch bis zum Ende dieses Jahres auf EU-Ebene unterzeichnet werden soll. Unter anderem diene das Comprehensive Economic and Trade Agreement (zu deutsch: umfassendes Wirtschafts- und Handelsabkommen), so die Bedeutung hinter der Kurzform von Ceta, US-Unternehmen als Türöffner. Greenpeace befürchtet, dass dann US-Konzerne mit ihren Tochterfirmen in Kanada die Möglichkeit bekommen würden, europäische Staaten zu verklagen, wenn neue Gesetze ihre Investitionen bedrohen. Ferner würde die Einführung des Handelsabkommens die Rechte der Parlamente sowie die Umwelt- und Verbraucherstandards beschneiden.

Durch die Vereinbarung, in Ceta gemeinsame Standards zu entwickeln, würden drittens die hohen EU-Standards abgeschwächt. Damit würde besonders auch das Vorsorgeprinzip in Gefahr geraten, welches zum Ziel hat, Schäden für Umwelt und Menschen zu vermeiden. Auch würden laut Greenpeace durch die Interessen der Kanadier gentechnisch veränderte Lebensmittel und Fleisch von Tieren, die mit Hormonen behandelt worden sind, auf den europäischen Markt kommen.

Daher gibt es für Greenpeace nur einen Weg: nämlich das Handelsabkommen mit Kanada zu stoppen. "Wir werden demnächst die gesammelten Sticker und Unterschriften gegen das Handelsabkommen an die beiden deutschen EU-Abgeordneten Monika Hohlmeier und Kerstin Westphal übergeben", so Batz. Denn die beiden könnten mit ihrer Stimme das Abkommen noch stoppen.

Neben der Übergabe der Unterschriftenlisten plant Greenpeace ferner am 17. September verschiedene Großdemos in sieben Städten wie München, Berlin und Leipzig. Ziel dabei sei es, für einen gerechten Welthandel zu kämpfen und weiterhin ökologische und soziale Standards zu sichern.