In einem Brief an das Landesamt für Denkmalpflege und an das Staatliche Bauamt hat er am Freitag vorgeschlagen, die Glaseingangstür um etwa 2 Meter nach innen zu versetzen, eine entsprechende Seitenverkleidung anzubringen und die alte historische Holztür wieder an der alten Stelle einzubauen.

Tscherner ist überzeugt: "Mit dieser Maßnahme würden alle Beteiligten ihr Gesicht wahren und gleichzeitig wäre ein zusätzlicher Windfang im Eingangsbereich geschaffen." Es gibt in Bamberg mindestens ein Beispiel, bei dem das so gemacht worden ist - sogar an einem Haus der Universität: am Eingang des Naturkundemuseums in der Fleischstraße.


Leichter und großzügiger

Ganz grundsätzlich merkt Tscherner an, dass jeder Besitzer einer unter Denkmal- oder Ensembleschutz stehenden Immobilie in Bamberg viele Auflagen von der Bauverwaltung und der zuständigen Denkmalbehörde bekommt. Diese bewirkten oft, dass Umbaumaßnahmen wegen der Auflagen und der daraus resultierenden höheren Baukosten nicht durchgeführt würden. Anders sei es bei der "öffentlichen Hand". Hier werde erkennbar "leichter und großzügiger entschieden".

Weniger versöhnlich gibt sich die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg. Sie zitiert in ihrer Stellungnahme zur "neuen Flughafentür" erneut den Leiter des Staatlichen Bauamts, Jürgen König: Man sei "heute eher bereit (...) Substanz in den Verlust zu geben". Diese Aussage Königs lasse einen Angst und Bange werden: "Mit dieser Einstellung wäre Bamberg nie Weltkulturerbe geworden ... und würde sich diese Einstellung durchsetzen, wäre diese bedeutsame Auszeichnung in konkreter Gefahr."


Sichtweise überdenken

Der Verein bittet, diese Sichtweise mit Blick auf die überregionale Bedeutung der erhaltenen Bausubstanz zu überdenken. "Wir teilen die Meinung des städtischen Baureferenten Thomas Beese: Der Staat hat eine erhebliche Vorbildfunktion! Dieses völlig rücksichtslose Portal darf kein Exempel werden. Es würde unweigerlich auf einen verhängnisvollen Weg zur allmählichen Zerstörung der einzigartigen Schönheit unserer Stadt führen!"

An den Präsidenten der Universität, Godehard Ruppert, richtet die Schutzgemeinschaft den Appell, den Ruf der Universität im Auge zu behalten, die sich mit Geschichtswissenschaften und nicht zuletzt mit einem angesehenen Masterstudiengang im Denkmalschutz schmücken dürfe. Befürchtet wird, dass ein solches Tor nicht die erhoffte Offenheit symbolisiert, sondern Rücksichtslosigkeit und fehlendes Gespür.