Die Gemeinderäte von Stadelhofen und Wattendorf sprachen sich für eine gemeindegrenzen-übergreifende Lösung aus, um die Kosten im Rahmen zu halten. Das bedeutet: Der Wattendorfer Gemeindeteil Gräfenhäusling wird von Stadelhofen aus versorgt. Um auch am Ende der Leitungen noch schnelles Internet zu ermöglichen, baut die Deutsche Telekom von Stadelhofen nach Schederndorf eine Glasfaser-Leitung.

Den Abschluss eines entsprechenden Vertrages mit der Telekom hat der Gemeinderat Stadelhofen noch im vergangenen Jahr gebilligt und einen Förderantrag gestellt. "Der Förderbescheid ist sogar schon eingetroffen", freut sich Bürgermeister Ludwig Göhl (FW) über die rasche Zusage des Freistaates Bayern, der 100 000 Euro von den Gesamtkosten von rund 162 000 Euro übernimmt. So hoch hat die Deutsche Telekom die "Wirtschaftlichkeitslücke" angesetzt, die ihr bei den beabsichtigten Anschlüssen im Gemeindebereich Stadelhofen entsteht. Verwirklicht werden kann diese Lösung aber nur, wenn es auch auf dem Gebiet der Gemeinde Wattendorf einen DSL-Ausbau gibt (Wattendorf gehört zum Ortsnetz Stadelhofen). Auch der dortige Gemeinderat hat die Gemeinschaftslösung beschlossen, womit sich für beide Gemeinden Gesamtkosten von 290 000 Euro ergeben. Auch Wattendorf hat inzwischen einen Förderantrag gestellt, eine Lösung für Gräfenhäusling war nur durch das gemeinschaftliche Vorgehen gewährleistet.

Mit dem Bau von etwa fünf Kilometer Glasfaser-Leitung werden in Schederndorf Internet-Geschwindigkeiten von bis zu 20 Megabit pro Sekunde erreicht, erläutert Ludwig Göhl. Von Schederndorf aus erfolgt die Versorgung von Roßdorf und Gräfenhäusling über das Telefonnetz, womit für Gräfenhäusling noch etwa 16 Megabit und für Roßdorf noch etwa sechs Megabit pro Sekunde möglich sein werden. "Bis gebaut wird, kann aber noch ein Jahr ins Land gehen", dämpft Göhl den Optimismus.

Günstiger könnte die ganze Sache für die beiden Kommunen werden, wenn weitere Windräder auf dem Jura entstehen. "Die Prämien, die dann nach Schederndorf und Roßdorf fließen würden, könnten auch für den DSL-Ausbau genutzt werden", hofft Ludwig Göhl. Und auch Wattendorf würde profitieren, denn die Windräder erhalten eine Glasfaser-Leitung bis zu ihren Standorten.

"Möglicherweise wird das letzte Windrad etwa einen Kilometer von Wattendorf entfernt stehen", sagt Bürgermeister Rudolf Krapp (CSU). In den letzten Tagen hat er Gespräche mit verschiedenen Windrad-Projektanten geführt und es zeichnet sich eine solche Lösung für einen Windpark Wattendorf ab. Auch für ihn ist eine möglichst weit geführte Glasfaser-Leitung die beste Lösung.

Möglicherweise könnte sich hier im Zusammenhang mit dem Bau von Windrädern - die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen - eine günstige Variante ergeben. "Die Windrad-Projektanten haben sich bereit erklärt, Leerrohre für Glasfaser-Leitungen mit zu verlegen." Damit blieben nur relativ kurze Reststrecken nach Wattendorf und Mährenhüll, die damit Leistungen bis zu 50 Megabit pro Sekunde erhalten könnten. Für Schneeberg und Bojendorf seien immerhin noch 15 Megabit möglich. Und: Auch für Rudolf Krapp wäre es eine "sinnvolle Verwendung" der Prämien, die einzelne Orte für ihre Nähe zu Windrädern erhielten, sie für die DSL-Anbindung zu nutzen.

Beschlossen hat der Gemeinderat Wattendorf schon die Beteiligung am Gemeinschaftsprojekt Schederndorf-Roßdorf-Gräfenhäusling.

"Wir wollten auch für Gräfenhäusling eine gute Lösung haben, die wird uns für etwa 30 000 Euro gewährt."

Von Hans W. Penning