"Schön war‘s." Dieser Eindruck des Pödeldorfer Jugendwarts Christoph Schade brachte die allgemeine Stimmung beim erstmals von Bamberg aus in Wildensorg organisierten Gaudi-Leistungsmarsch der Kreisjugendfeuerwehr auf den Punkt. Nahezu 400 männliche und weibliche Nachwuchsfeuerwehrleute zwischen 12 und 18 Jahren aus Stadt und Landkreis Bamberg wetteiferten in den skurrilsten Disziplinen, die vom Schlauch-Kegeln bis zum Brandpatschen-Angeln reichten.

Zahlreiche Geräte, mit denen die Jugendlichen sonst in ihrer auf Retten, Löschen, Schützen und Bergen ausgerichteten und genau reglementierten Ausbildung zu tun haben, waren für den Wettbewerb zweckentfremdet worden. Wie beispielsweise der C-Schlauch, der beim Schlauch-Kegeln ausgerollt werden sollte, um zehn gefüllte Mineralwasserflaschen zu treffen und umzuwerfen. Keine leichte Aufgabe, wie die Reporterin mittlerweile aus eigener Erfahrung bestätigen kann. So legte sie Hand an und lernte die Unberechenbarkeit des Schlauchs kennen. "Eine Glückssache", war letztendlich auch die Meinung der Gruppe der Jugendfeuerwehr Pödeldorf unter Christoph Schade.

Neue Kontakte


Spiel, Spaß und das Knüpfen von Kontakten standen am Wettkampftag im Vordergrund. Obwohl es am Ende für die besten 12 Vierergruppen Pokale gab. 63 (von 80 angemeldeten) Teams bewiesen sich an elf Stationen, an denen beispielsweise ein Hindernisparcours auf Holzskiern in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen war. Die Teams starteten im Drei-Minuten-Takt. Einige Disziplinen konnten von zwei Gruppen auch parallel gemeistert werden, was lange Wartezeiten vermied. Durchschnittlich benötigten die Gruppen ja ganze drei Stunden für den fünf Kilometer langen Marsch.

Mit Augenmaß


Zielgenauigkeit und Schlagkraft war an einer weiteren Station gefordert. Hier galt es Nägel mit möglichst wenigen Schlägen in einen Balken zu treiben. Dann wieder mussten die Teilnehmer ein 500 Gramm schweres Holzstück aus einem Baumstamm sägen. Als Orientierung dienten ein 280 und ein 650 Gramm schweres Stück. Jedes Gramm zu viel oder zu wenig hatte Punktabzug zur Folge.

Treffsicherheit verlangte eine Disziplin, bei der die Nachwuchsbrandschützer aus zirka fünf Metern acht Gummistiefel in einen Traktorreifen befördern sollten. Und an eine Pinguinfütterung erinnerte das Brandpatschen-Angeln. Einer der Helfer hatte zuvor Holzfische aus einem Eimer ins Wasser geschüttet, die mit den Klatschen - einer Art Laubrechen mit nachgiebigen Gummizinken - ans andere Ufer gebracht und herausgefischt werden mussten.

Wasserkästen horizontal stapeln


In der laut Stella Schmitt schwierigsten Disziplin galt es in einer bestimmten Zeit so viele Wasserkästen wie möglich horizontal (!) zu stapeln und zwei Minuten lang zu halten. Wobei die Pödeldorferin und ihre Kameraden Alexandra, Fabian und Jonas 12 von 20 Kästen, die zur Verfügung standen, die geforderte Zeit lang stemmten.
Den größten Unterhaltungswert hatte natürlich die Floßfahrt der Tütschengereuther Löschgruppe 5. So kippte bei der Überquerung des Dorfteichs das Holzfloß mit der Bezeichnung 8/99/1 um und die Jungs nahmen ein Bad, inklusive modriger Schlammpackung.

Nicht allein dem Pödeldorfer Fabian Böhm gefiel übrigens die Überraschungsdisziplin "Jugendwart-Übung" am besten. So durfte sich das Team endlich ausruhen, während es in einem umgebauten Müllcontainer mit seinem Jugendwart als Zugpferd durch einen Pylonen-Slalom geschleppt wurde.

Unter dem Motto "Stadt und Land - Hand in Hand" leisteten die Feuerwehren von Stadt und Landkreis unter der Leitung des eingespielten Teams Alexander Wilhelm und Benjamin Reitzenstein bei Vorbereitung und Durchführung der Wettkämpfe eben ganze Arbeit. Stadtjugendfeuerwehrwart Wilhelm zeigt sich am Ende dennoch erleichtert, "dass alles so gut geklappt hat und das Wetter mitgespielt hat". Wobei sich die Aktion auf die Zusammenarbeit der verschiedenen Wehren mit der DLRG, 40 freiwilligen Helfern, 30 Schiedsrichtern, diversen Vereinen und nicht zuletzt auf das Verständnis der Anwohner für Straßen- und Wegsperrungen stützte. Für die nötige Stärkung hatte Christina Meyer gesorgt - die einzelnen Marsch-Stationen wurden mit einem Quad versorgt. Mit 796 von 1060 möglichen Punkten holte sich das Team 3 der Feuerwehr Bamberg letztendlich den Sieg. Auf weiteren Plätzen folgten die Löschgruppe 2 aus Naisa und die Gruppe 1 aus Dörnwasserlos.