Die neue Sonderausstellung im Levi-Strauss-Museum bietet dem Besucher einen überaus interessanten Einblick in die Geschichte der Mode über rund 100 Jahre aus der Sicht der Zeichner von großen und kleinen Satire- und Karikaturzeitschriften. Einem Pressegenre, das es heute kaum mehr gibt. Ganz gleich, ob nun in den Meggendorfer Blättern, im Simplicissimus oder im Punch wurden Themen rund um die Entwicklung der Herren-, der Damen- und der Kindermode mit "spitzer Feder" auf den Prüfstand gestellt. Natürlich dürfen Unterwäsche, Sportbekleidung und diverse Accessoires wie Hüte und Bärte dabei nicht fehlen.

Die oft bitterbösen Zeichnungen spiegeln meist die politische und gesellschaftliche Realität wider. Sie sind der Ausdruck eines sich wandelnden Schönheitsideals und eine Fundgrube für die Analyse gesellschaftlicher Missstände. Ob das Sprichwort "Kleider machen Leute" immer zutrifft, muss der Betrachter dann selbst entscheiden.
Sogar berühmte Zeichner wie Olaf Gulbransson, Thomas Theodor Heine und Lovis Corinth kann man beim Gang durch die Ausstellung finden. Besonders sehenswert ist darüber hinaus der "Abriss durch die Geschichte der Mode von der Steinzeit bis heute" von Albert Robida, den er auf ein über einen Meter langes Leporello 1881 gezeichnet hatte.

Entstanden ist die Ausstellung im Rahmen eines Seminars von Prof. Markus Behmer für Masterstudierende am Institut für Kommunikationswissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Sophia Bächle und Hong Nhung Le gehörten zu den Studierenden, die in der Zeitschriften- und Zeitungssammlung der Universität München viele hundert Bände von Satirezeitschriften nach Modekarikaturen durchforstet haben. Es wurden passende Abbildungen herausgesucht, dann in Bamberg ausgewählt, verworfen, analysiert und reproduziert. So sind nun 80 Karikaturen aus 15 Zeitschriften von über 30 Zeichnern zu sehen. Die beiden Studierenden waren für das Thema Abendmode im Wandel zuständig und konnten bei der Ausstellungseröffnung die Früchte ihrer Arbeit im musealen Kontext bestaunen.


Dank an Unterstützer

Museumsleiterin Tanja Roppelt dankte den zahlreichen Unterstützern und Sponsoren, so unter anderem der Kulturstiftung der Sparkasse, dem Bezirk Oberfranken und der Ludwig-Delp-Stiftung, ohne die die Ausstellung nicht realisierbar gewesen wäre. Sie ist noch bis 11. September in Buttenheim und dann in der Teilbibliothek 4 der Universität Bamberg zu sehen. Ein Buch zur Ausstellung wird in Kürze erscheinen.

Für eine stilvolle musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung sorgte Andreas Weihe mit Hörproben aus seiner Sammlung historischer Musikapparate, insbesondere die passenden Schellackaufnahmen gefielen den Besuchern schon sehr.

Das Levi-Strauss-Museum in Buttenheim, Marktstraße 33, ist geöffnet dienstags und donnerstags von 14 bis 18 Uhr (November bis Februar: 14 bis 17 Uhr), samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr.
Weitere Infos gibt es im Netz unter www.levi-strauss-museum.de.