Motorisierte Rollstuhlfahrer und Radler waren die ersten, wenngleich untypischen Nutzer der neuen Ortsumgehung von Aschbach. Die neue Achse der Staatsstraße 2260, die südlich um Aschbach herum führt, soll die Ortschaft entlasten, insbesondere wenn der Verkehr von der Autobahn A 3 umgeleitet werden muss. Durch die rechtwinkelige Kurve im Ortskern kam es in der Vergangenheit immer wieder zu schwierigen Situationen, wenn sich zwei Lkw begegneten.

Eher fertig als geplant


Die Ortsumgehung wurde mit einem festlichen Akt und dem Segen der Geistlichen Erhard Schupp und Peter Schramm für den Verkehr freigegeben. Mit der im Frühjahr dieses Jahres begonnenen Maßnahme konnte der Zeitplan ein gutes Stück unterschritten werden. Denn eigentlich wurde mit der Fertigstellung erst im Oktober gerechnet.

Der Dank der Festredner, allen voran Staatssekretärin Melanie Huml, CSU, und Baudirektor Andreas Eisgruber vom Staatlichen Bauamt in Bamberg, galt deshalb all denen, die dazu beigetragen hatten, dass es mit der Umgehung so zügig vorangegangen war. Daran hatten nicht nur die ausführenden Unternehmen einen großen Anteil, sondern auch die Grundeigentümer, die Land für die Maßnahme zur Verfügung stellten.
Die Ortsumgehung ist der erste Bauabschnitt einer Gesamtmaßnahme, deren zweiter Teil in Richtung Schlüsselfeld im nächsten Jahr - so hoffen alle - weitergehen soll.

1,7 Kilometer lang ist der jetzt frei gegebene Abschnitt, dessen westliches Ende beim Weiler "Seramsmühle" und dessen östliches Ende bei Heuchelheim in einen Kreisel mündet. Den begleitenden Feldweg eingeschlossen, wurden zwei Millionen verbaut. Obwohl die Maßnahme "ein oberfränkisches Projekt" sei, rage sie 700 Meter in den Kreis Kitzingen hinein und sei damit auch für Unterfranken von Bedeutung, sagte Baudirektor Eisgruber.

"Wir alle wissen, wie notwendig diese Straße ist", sagte Staatssekretärin Melanie Huml. Voll des Lobes war sie für die rasche Durchsetzung und Ausführung. Ihr Dank galt auch ihrem CSU-Kollegen im Landtag, MdL Heinrich Rudrof, der sich sehr für dieses Projekt stark gemacht habe. Nicht zuletzt führte sie es auf ein Erdbau-Pilotprojekt der TU München zurück, dass die Gelder so zügig geflossen seien. Die Mittel wären auf jeden Fall gut investiert, weil gerade der ländliche Raum auf gute Verkehrswege angewiesen sei.
Die Staatsstraße binde den westlichen Landkreis Bamberg und den östlichen Landkreis Kitzingen an die Autobahn A 3 an. Für den zweiten Bauabschnitt laufe derzeit das Verfahren. Es gelte, noch Grundstücks- und Wasserrechtsfragen zu klären.

Investitionsschwerpunkt


Der Landkreis Bamberg sei auch 2012 wieder ein Investitionsschwerpunkt: Rund 4,7 Millionen Euro fließen in diesem Jahr in den Ausbau und Erhalt der Staatsstraßen im Kreis Bamberg, so Huml. Stellvertretender Landrat Georg Bogensperger, CSU, bekräftigte diese Aussage: Die Staatsstraße 2260 sei eine wichtige Verkehrsachse. "Heute geht ein Wunsch in Erfüllung, der 40 Jahre alt ist", freute sich Schlüsselfelds Zweiter Bürgermeister Fritz Stütz. Ein Wunsch, der bereits vor der Eingemeindung von Aschbach in die Stadt Schlüsselfeld bestanden habe. Die damaligen Flurbereiniger seien sehr weitsichtig gewesen, als sie die Trasse schon damals ausgemarkt und nicht an die Landwirte vergeben hätten.

Die neue Straße diene zwar den Einwohnern von Aschbach, die Hauptnutznießer wären jedoch die Lkw- und Autofahrer, die sie künftig nutzen, "wenn die A 3 dicht ist". Daher sei es besonders wichtig gewesen, dass die Umgehung fertig sei, bevor mit der Erweiterung der Autobahn begonnen werde. Im übrigen habe er eine solche Baustelle noch nie erlebt, versicherte Stütz: "Es ging alles völlig reibungslos. Ohne Probleme!"