Männer gehen ins Wirtshaus. Frauen sollten sich auch mal treffen. Das hatte Kurat Werner Bogatschef vor 30 Jahren befunden. Wohl um den in der Gemeinde engagierten jungen Damen Gutes zu gönnen. Statt nur sich zu erfreuen, hat der harte Kern um Rita Zweier seitdem viel Gutes getan. In den verschiedensten Aktionen wurden - mindestens - 70 000 Euro erwirtschaftet und an die unterschiedlichsten sozialen Projekte weitergereicht.

Eigentlich wollte der damalige Kurat nur die Frauen darin bestärken, dass sie regelmäßig zusammenkommen, um sich zu unterhalten und Erfahrungen auszutauschen. Das war, nachdem ihm zu seinem silbernen Priesterjubiläum ein besonderer Wunsch erfüllt worden war: ein Taufstein für die Jakobuskirche in Viereth.


Treffpunkt Pfarrheim

Um das Geld dafür zusammen zu bekommen, hatten sich Frauen aus Viereth und Weiher regelmäßig getroffen, um gemeinsam zu basteln, zu nähen, zu sticken und zu stricken. Bei einem großen Basar hatte man dann alles verkauft. Letztlich bildeten diese Aktivitäten den Grundstein für den Frauenkreis. 13 im Schnitt um die 30 Jahre trafen sich dann im November 1985 erstmals im Pfarrheim. Beim Gespräch ist es nicht geblieben, so Rita Zweier. Das Pfarrheim als Treffpunkt schon. Jeden ersten Montag im Monat. Die Runde ist im Laufe der Jahre auf etwa 20 feste Mitglieder angewachsen und zur eingeschworenen Gruppe geworden, die ihrem Pfarrer - nun im Ruhestand - nach wie vor treu ergeben ist.

Nicht nur das. Mittlerweile gibt es in der Gemeinde kaum eine weltliche oder kirchliche Veranstaltung, bei welcher der Frauenkreis nicht in irgendeiner Form beteiligt ist. Wie die vielen, vielen Fotos der diversen Alben belegen, bewirtet man bei Pfarr- und Dorffesten, Faschings-, Nikolaus- und Adventsfeiern, Jubiläen der Kirchengemeinde und des Pfarrers, Besinnungsnachmittagen und Theaterabenden. Außerdem , so Rita Zweier gestaltet man Gottesdienste und Frauenweltgebetstage und Weihnachtssingen mit. Geld für wohltätige Zwecke erwirtschaften die Frauen vor allem beim großen Bastelbasar, beim Kommunionkinderbasar, bei Tombolas und Altpapiersammlungen. Ihr jüngste Aktion galt dem Äpfelsammeln und Apfelsaftpressen - fürs Kirchendach. Natürlich werden auch die Figuren der Dorfkrippe nach wie vor angezogen, also deren Bekleidung genäht.

Und dann gibt es noch die Dinge, die Agnes Nüßlein, Adele Neuner, Lydia Weyrauther, Helga Dorn, Gerda Sauer, Luise Wahner, Anita Bäuerlein, Betti Knaus, Maria Reus, Wally Lang, Regina Kutzelmann, Elisabeth Linzmayer, Inge Dremel, Marianne Auer, Rosi Scherbaum , Erna Will, und wie sie sonst noch alle heißen, zu ihrem Vergnügen tun: Reisen, Fahrten und Wallfahrten etwa, aber auch Wanderungen, Jahresessen und natürlich das gemeinsame Begehen von Jubiläen. Großes Gelächter in der Runde. Für Silberhochzeiten denkt man sich immer etwas ganz Besonderes aus.


Brautwagen und Mühlsäcke

Eine aus dem Frauenkreis bekam einen Brautwagen, eine andere aus der Mühle in Anspielung darauf phantasievolle Kreationen aus Mühlsäcken; alles liebevoll ausgeheckt in "schwarzen", also geheimen Treffen. Die Truppe ist ebenso fleißig wie lustig und richtig zusammengeschweißt. Freilich ist Rita Zweier der Motor, wie die Damen nicht müde werden zu betonen. "Wenn mich jemand Chefin nennt, flipp' ich aus", warnt sie regelmäßig.

Einer ist dem Frauenkreis von Anfang an und bis heute eng verbunden: der Geistliche Rat, Werner Bogatschef. "Von unserem Bogi" erzählen sich die Damen so manche Geschichte. Von der Papstaudienz in Rom etwa, wo er bat: "Hedwig, mach mich zum Pfarrer." Er meinte damit freilich die Überprüfung seiner Amtskleidung auf deren korrektes Erscheinungsbild. Mit den Jahren ist die Runde etwas ruhiger geworden, mit ihren 52 Jahren ist Elisabeth Linzmayer das Küken, das neue Ideen und Medien mitbringt. Als Älteste in dieser Runde freut sich Adele Neuner auf die Abwechslung, die diese Zusammenkünfte für sie bedeuten. Allmählich könnten sich doch nun wieder Jüngere zusammentun und sich treffen, ihr eigenes Frauending machen, finden die engagierten Damen. Freilich haben sie den Blick schon wieder auf Vorbereitung und Umsetzung des Fastenessens im kommenden Jahr gerichtet.