Am kommenden Wochenende wird im Franz-Ludwig-Gymnasium (FLG) groß gefeiert. Denn das 125-jährige Jubiläum steht an. Leider gibt es bei den Feierlichkeiten einen kleinen Wermutstropfen. Die im April begonnene Fassadenrenovierung wird bis dahin nicht abgeschlossen sein.

"Sicherlich wäre es uns lieber gewesen, wenn wir ohne Gerüst unser Jubiläum begehen könnten. Aber wir sind dennoch froh, dass die Renovierung in Angriff genommen wurde und damit eine Gefahrenstelle besichtigt wird", sagte Schulleiter Martin Rohde im Rahmen einer Baustellenbesichtigung.

Über die Baustelle an sich hingegen könne er nicht klagen. Die Arbeiten seien eng mit der Schulleitung abgestimmt gewesen. "Wir konnten beispielsweise erreichen, dass während der Prüfungszeit unserer Abiturienten keine Lärmbeeinträchtigungen entstanden sind." Die lärmintensiven Arbeiten finden nun in den Ferien statt.

Es bröckelt

Obwohl in den Jahren 2003 bis 2010 An- und Neubauten sowie eine Teilsanierung des Altbaus durchgeführt wurden, hatte man damals nicht zuletzt aus Kostengründen die Fassaden der Altbauten nicht in Angriff genommen. Inzwischen jedoch war die Renovierung unaufschiebbar. Denn in letzter Zeit ist es immer öfters zu Abgängen von Natursteinteilen und Abbröckelungen an den historischen Fassaden gekommen. Man hatte zwar eine Notsicherung durchgeführt, aber der Schädigungsgrad hat weiter zugenommen. Eine Gefährdung der Schüler und Lehrer konnte nicht mehr ausgeschlossen werden.

Daher wird nun in verschiedenen Bauabschnitten die komplette Fassade des historischen Baus aus dem 19. Jahrhundert renoviert. Begonnen wurde in den Osterferien mit der Fassaden- und Dachrenovierung des Mittelbaus und der Aula. "Wir haben bei der Gelegenheit auch gleich die in die Jahre gekommenen und eigentlich verbrauchten Fenster mit in die Baumaßnahme aufgenommen", schilderte Finanzreferent Bertram Felix. Ebenso wird das Dach, das größere Schäden aufweist, mitsaniert. Bei der Gelegenheit wird nach Auskunft des Finanzreferenten die oberste Geschossdecke gedämmt. Die Arbeiten schreiten zügig voran. Auch bleibt man im geplanten Kostenvolumen von rund 1,16 Millionen. Mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts wird voraussichtlich noch im Oktober gerechnet. Danach allerdings ist die Baustelle am FLG noch nicht abgeschlossen. Denn im nächsten Jahr soll dann die restliche Fassade am Hauptgebäude und 2017 die Fassade zum Heinrichsdamm hin in Angriff genommen werden.

Insgesamt flossen bisher 11,4 Millionen in die Sanierung des Altbaus bzw. in die Errichtung des Neubaus.