Und am Ende kam er dann doch: der Blues. Nein, nicht musikalisch auf der Bühne - denn hier hatte er spätestens mit "Gableman's Groove" am ersten Wochenende auf der Böhmerwiese Einzug gehalten. Sondern vielmehr im übertragenen Sinne, feucht, und getreu dem Spruch von Tony Bullock: "Das ist kein Regen, das ist der Blues!". Nach der Hitzeperiode, die bis Freitagabend das "9. Tucher Blues & Jazzfestival" dominierte, hielt übers Wochenende der Regen seinen Einzug. Wieder einmal hieß es, wie schon von den Vorjahren gewohnt, Schirme aufspannen, Tische abwischen und im Regen tanzen.

"Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn wir zehn Tage lang nur Rekordhitze gehabt hätten", bilanzierte Veranstalter Klaus Stieringer, Geschäftsführer vom Stadtmarketing Bamberg. Allerdings hätte man dieses Jahr bedeutend mehr Glück gehabt als in den Vorjahren. Und der Regen am Wochenende habe kaum gestört beziehungsweise - wie am Samstagabend - erst pünktlich nach Konzertende eingesetzt.

"Somit war es für mich das schönste Festival der letzten neun Jahre. Wir hatten supertolles Wetter, starke Bands und Künstler und viel Zuspruch", bilanzierte Stieringer. Zudem freue er sich über den großen Erfolg der Landkreisveranstaltungen und die zwei wunderbaren Nachtkonzerte in den Kirchen, die beide ebenfalls sehr stark frequentiert waren. Insgesamt, so schätzt Stieringer, dürften es wieder weit über 100 000 Besucher gewesen sein, die sich zehn Tage vom Jazz- und Bluesfestival begeistern ließen. Nur die extreme Hitze hätte heuer dazu geführt, dass an den Nachmittagen insbesondere am Maxplatz weniger Zuschauer kamen. In den Abendstunden seien es dann aber umso mehr gewesen.


Sehr viele Auswärtige

"Aufgefallen ist mir in diesem Jahr zudem, dass so viele auswärtige Gäste wie noch nie das Festival besucht haben. Und damit meine ich nicht Menschen aus Nürnberg oder dem näheren Umland, sondern es kamen viele beispielsweise aus Hamburg, Köln oder Kiel", sagte der Citymanager. Die Fans hätten sich eigens Urlaub genommen, um zehn Tage in Bamberg zu verbringen und dem Blues zu "frönen".

Besondere Vorkommnisse oder gar Beschwerden seien Stieringer keine zugetragen worden. "Es zeigte sich einmal mehr, dass das Jazzfestival eine der friedlichsten Veranstaltungen ist." Und da bekanntlich nach dem Fest vor dem Fest ist, freut sich Klaus Stieringer jetzt schon aufs nächste Jahr. Denn dann steht ein kleines Jubiläum an: Das Blues- und Jazzfestival feiert dann sein Zehnjähriges. "Wir planen daher ein kleines ,Best of' mit den erfolgreichsten und besten Bands der letzten zehn Jahre", verrät Stieringer. Da dann Maria Himmelfahrt auf einen Montag falle, werde das Festival nächstes Jahr einmalig um einen Tag verlängert.

"Und vielleicht gelingt es uns bis dahin auch, einen großen Wunsch der Besucher zu erfüllen, nämlich die Auftritte am Abend um eine Stunde nach hinten hinaus zu verlängern", hoffen die Veranstalter.