Auch vor weit über 200 Jahren war es nicht leicht, sich in Bamberg als Selbständiger niederzulassen. So zumindest erging es im Jahre 1776 dem Schlosser Nikolaus Heim aus Ampferbach. Nachdem er nach 18 Jahren Wanderschaft den Weg ins damalige Bamberger Hochstift fand, und er sich hier als Schlosser niederlassen wollte, bekam er von der Handwerkschaft etliche Steine in den Weg gelegt.

Auch die Zunftmeister, so hat der Wirtschaftshistoriker Christian Kestel anlässlich des 240-jährigen Jubiläums der Stahlbau und Metalltechnik Johann Heim GmbH recherchiert, wollten keinen weiteren selbstständigen Schlosser in Bamberg zulassen. Man hatte Angst, dass mit einem zusätzlichen Handwerker der Markt übersättigt sei. Doch Nikolaus Heim ließ nicht locker und wurde schließlich doch zur Meisterprüfung zugelassen. Noch im selben Jahr ließ er sich als Schlossermeister in der Concordia-Straße 1 nieder und stellte seinen ersten Lehrling ein. Damit war der Grundstein für ein alteingesessenes Unternehmen gelegt, das sich über fast zweieinhalb Jahrhunderte in Bamberg und später in Hallstadt etablierte und sich inzwischen in der siebten Generation befindet.
"Einer der rührigsten Schlosser der Familie war sicherlich Clemens Heim. Er verlegte den Firmensitz im Jahre 1888 von der Fleischstraße wohin der Betrieb im Jahre 1851 von der Concordia Straße umgezogen war, in die Kleberstraße", schilderte der Historiker. Hier errichtete er einen Neubau mit einer für damalige Verhältnisse hochmodernen Fertigung. Allerdings verstarb der junge Clemens im Jahre 1902 viel zu früh.


Starke Frauen in der Familie

Doch es gab in der Familiendynastie Heim starke Frauen. Clemens Gattin Georgine übernahm für über 20 Jahre die Geschäfte, ehe ihr Sohn alt genug war, um selbst tätig zu werden. Der Betrieb beschäftigte zu jener Zeit um die 20 bis 30 Mitarbeiter.

Die nächste starke Frau war Kunigunda Heim, vielen Bambergern noch als die "Mastera" bekannt. Sie hielt in einer wirtschaftlich schlechten Zeit - vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg - den Betrieb am Laufen und sorgte zudem dafür, dass die Firma nicht demontiert wurde. 1952 übernahm ihr Sohn, der nächste Clemens Heim, die Schlosserei. Da war der Betrieb gerade auf einen Meister, einen Gesellen und einen Auszubildenden geschrumpft. Dennoch gelang es ihm, das Unternehmen wieder anzukurbeln. Und zwar soweit, dass Mitte der 70er Jahre das Gebäude in Bamberg zu klein und die erste Produktionshalle in Hallstadt erbaut wurde. 1986 wurden die Fertigungsbereiche von Bamberg nach Hallstadt verlagert.
Hier geht die Erfolgsgeschichte weiter.

So wurde auf dem Gelände in Hallstadt nicht nur in den letzten 40 Jahren eine Produktionshalle nach der anderen gebaut, sondern es gab 1996 eine Umfirmierung des Unternehmens in eine GmbH mit einem zusätzlichen Geschäftsführer Joachim Angerer. "Wir sind solide, aber stetig gewachsen. Unsere Kunden sind bis auf ein Schweizer Unternehmen nahezu alle in der Region Bamberg beheimatet. Unsere Produkte aber finden sich in der ganzen Welt wieder", schildert der Chef.

Auch in der jüngsten Zeit hat das Stahlbau- und Metalltechnik Unternehmen investiert und eine neue 1716 Quadratmeter große Produktionshalle mit Nebengebäude errichtet. Damit stehen dem Betrieb nunmehr sechs Fertigungshalle auf einer Grundstücksfläche von 16 000 Quadratmetern zur Verfügung. In die neue Halle und in Maschinen flossen bislang drei Millionen Euro. Weitere drei Millionen sollen in den nächsten eineinhalb Jahren investiert werden. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 108 Mitarbeiter, darunter 16 Auszubildende. Wert lege man nicht nur auf Nachwuchs, sondern auch auf Treue: Der aktuell am längsten Beschäftigte, Manfred Ruppenstein, arbeitet seit nunmehr 45 Jahren - seit seiner Ausbildung - in dem Familienunternehmen.