Der Diözesansteuerausschuss und die Ordinariatskonferenz im Erzbistum Bamberg haben weitere 1,5 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe bereitgestellt. Bereits 2014 war der Caritas für drei Jahre ein Sonderfonds in Höhe von 750 000 Euro für die Beratung und Betreuung von Asylbewerbern bewilligt worden.


Intergration im Mittelpunkt


Finanzdirektor Mathias Vetter dankte den Kirchenmitgliedern, die mit ihrer Kirchensteuer ihren Beitrag leisten, diese Nothilfe zu ermöglichen. Die Mittel können bei Generalvikar Georg Kestel beantragt werden. Sie stehen für die Herrichtung oder Renovierung von Wohnraum für Flüchtlinge in den Pfarreien und anderen kirchlichen Einrichtungen bereit, mit ihnen soll die vielfältige und großherzige Flüchtlingsbetreuung durch Haupt- und Ehrenamtliche unterstützt werden.

Mit dem Geld kann Flüchtlingskindern in den kirchlichen Kindergärten und Schulen sowie Erwachsenen bei der Beschaffung von Lernmitteln und Sprachkursen geholfen werden, so der Generalvikar.

"Die bereitgestellten Mittel sollen vor allem der Integration derer dienen, die aus den Kriegsgebieten wie Syrien, Irak, Somalia und Sudan kommen. Auf die seelsorgliche Betreuung von geflüchteten Christen und deren Integration soll besonders geachtet werden", sagte Erzbischof Ludwig Schick.


Kirchenasyl und Beihilfen

In vielen Pfarreien des Erzbistums wird der Aufruf des Papstes, Wohnraum für Flüchtlinge bereitzustellen, schon umgesetzt. So sind bereits über 100 Personen in kirchlichen Gebäuden untergebracht. Mehrere Pfarreien gewähren zudem Kirchenasyl oder stellen Räume für Deutschkurse zur Verfügung. Im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Vierzehnheiligen leben drei Flüchtlingsfamilien. Viele Christen aus den Pfarreien begleiten mit anderen Initiativen Asylbewerber bei Behördengängen, helfen als Dolmetscher oder geben Deutschunterricht. Die Caritas leistete aus dem Bischöflichen Härtefonds für schwangere Asylbewerberinnen und Frauen mit kleinen Kindern seit Anfang 2014 Beihilfen in Höhe von rund 55 000 Euro.

In katholischen Jugendhilfeeinrichtungen im Erzbistum werden derzeit etwa 250 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut, die meisten von ihnen in neu geschaffenen Heimplätzen.


10 000 Euro für Deutschkurse


Die Joseph-Stiftung, das kirchliche Wohnungsunternehmen im Erzbistum, hat 24 Wohnungen in Bamberg, Bayreuth, Bubenreuth, Forchheim, Erlangen und Nürnberg an etwa 50 anerkannte Flüchtlinge vermietet und angekündigt, eine Gästewohnung mit Flüchtlingen zu belegen. Außerdem stellt die Stiftung 10 000 Euro für Deutschkurse bereit.

Auch in Bamberg soll in Liegenschaften des Ordinariats Wohnraum für Flüchtlinge angeboten werden, darunter zwei Wohnungen in der Nähe des Dombergs. Weitere Objekte wie Pfarrhäuser und Wohnungen in Bildungshäusern werden derzeit auf ihre Eignung für Flüchtlingsfamilien geprüft. Die Pfarreien sind weiterhin aufgerufen, leerstehende Wohnungen und Gebäude zu melden.

Erzbischof Schick betonte erneut, dass denen, die derzeit in ihren Heimatländern nicht leben können, geholfen werden müsse. "Das ist Christenpflicht!" Vor allem sei es aber wichtig, alles zu tun, dass niemand mehr flüchten müsse. Flucht und Vertreibung dürften nicht zur Normalität werden.

"Die internationale Gemeinschaft darf nicht zulassen, dass Menschen flüchten müssen, weil Krieg und Terror, Elend und Not dort alles zerstören. Völkerwanderungen haben immer Unheil für Menschen und Zerstörung von Kultur und Natur bedeutet", so Schick.


Schick: Wir schaffen es


Bei der Flüchtlingshilfe müsse auch die oft zitierte "Werte- und Solidargemeinschaft Europa" realisiert werden. Eine gerechte Aufteilung der Flüchtlinge in Europa müsse eine Selbstverständlichkeit sein. "Wir schaffen es" müsse für alle Länder Deutschlands und ganz Europa gelten. "Dann schaffen wir es auch", betonte Schick. bbk