Deutschland brauche "ein Gesetz gegen die Verspottung religiöser Werte und Gefühle". Schicks Forderung dürfte indirekt auch eine Reaktion auf die aktuelle Auseinandersetzung des Papstes mit dem Satire-Magazin "Titanic" wegen eines Titelbildes sein. Der Sprecher des Erzbischofs wollte die Verbindung allerdings nicht bestätigen.
Der Erzbischof betonte, es gehe nicht nur um die Verunglimpfung der christlichen Religion. Auch andere Gläubige sollten in ihren religiösen Überzeugungen und der Ausübung ihrer Religion geschützt sein. Gegen "heilige Personen, heilige Schriften, Gottesdienste und Gebete sowie heilige Gegenstände und Geräte aller Religionen" dürfe kein Spott und Hohn zugelassen werden, sagte Schick. Im Grundgesetz sei die Würde des Menschen als unantastbar deklariert. Da die Seele zum Menschen gehöre, seien Spott und Satire über religiöse Einstellungen und Gefühle eine Verletzung der Menschenwürde, so der Bamberger Erzbischof.
Schick forderte auch die Gläubigen auf, sich gegen Verunglimpfungen ihrer Religion zu wehren. Konkret müssten Christen deshalb fordern, "dass die Person Jesu Christi, Gott der Vater, Maria, die Heiligen, die Hostie des Altarsakraments, die sakralen Gegenstände wie Kelche und Monstranzen, auch die Kirchengebäude und Prozessionen von unserem Staat geschützt werden". Dazu seien auch entsprechende Gesetze nötig. Christen müssten "deutlich machen, dass wir Verunglimpfungen unserer Überzeugungen und Werten in Medien und öffentlichen Organen nicht hinzunehmen bereit sind", betonte der Erzbischof.
Seit Anfang Juli gibt es Wirbel um ein Titelbild des Satire-Magazins "Titanic". Papst Benedikt XVI. hatte dagegen beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung erwirkt. Titel- und Rückseite der aktuellen Ausgabe dürften nicht mehr abgedruckt werden. Das Titelbild zeigt den Papst mit ausgebreiteten Armen und einem Urinfleck im Schritt - eine Fotomontage. Als Titelzeile schreibt das Magazin "Die undichte Stelle ist gefunden" und spielt auf den "VatiLeaks"-Skandal an. Die einstweilige Verfügung bezieht sich auch auf die Rückseite des Magazins, die den Papst von hinten mit einem braunen Fleck am Gesäß zeigt. epd