"Ich habe schon den Eindruck, dass etliche nachdenklich werden", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Bamberg. "Ob sich eine Einstellung oder ein Verhalten ändert, kann ich natürlich nicht sagen. Aber ich habe den Eindruck, dass Besinnung einsetzt und sich ausbreitet. Das ist ja schon einmal etwas." Wenn er mit Bürgern und auch mit Gläubigen spreche, die AfD wählten oder dies in Erwägung zögen, rede er über Menschenwürde und -rechte, über Respekt und Anstand gegenüber Menschen anderer Herkunft, Rasse und Religion, sagte der 67-Jährige. "Wir Christen müssen auftreten, gelegen oder ungelegen."

Zugleich appellierte der Bamberger Erzbischof, auch bei Anhängern der AfD nicht zu pauschalisieren. "Ich nehme bei AfD-Sympathisanten eine große Bandbreite wahr", sagte Schick. "Man darf nicht alle über einen Kamm scheren." Er kenne Menschen, die AfD wählen wollten, weil sie meinten, derzeit in keiner anderen Partei ihren Protest loszuwerden, ihre Anliegen verwirklichen zu können. "Denen sage ich, dass man sich das Gesamtbild der Partei anschauen muss, bevor man sie mit seiner Wählerstimme unterstützt."