Was könnte man mit und aus dem "Neuen See" in Oberhaid machen? Erste Überlegungen dazu hat der Gemeinderat angestellt. Mit dem Kauf der Alten Mühle ist auch das Wasserrecht auf die Kommune übergegangen.

Einige Bürger hätten den Wunsch geäußert, dort irgendwann angeln zu können, informierte Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD). Er nannte als Diskussionsgrundlage drei Möglichkeiten, wie das Gewässer künftig genutzt werden könnte: So lassen, wie es ist; mit Hilfe entsprechender Fördermittel naturnah gestalten und eventuell mit einem Steg ausstatten; verpachten und Pflichten wie Instandhaltung und Anderes an die Nutzer delegieren.

"Im Großen und Ganzen nicht viel verändern", war der Grundtenor der Redebeiträge. "Es ist eine so idyllische Lage dort, die man erhalten sollte", sagte Claus Reinhardt (SPD). Zunächst einmal ablassen und saubermachen, diese Notwendigkeit sah Peter Deusel (UBV).

Wilhelm Stretz (SPD) erinnerte daran, dass der Müller früher den "Neuen See" vor dem Verkauf der Karpfen aus dem Kapellenweiher (und im nächsten Jahr umgekehrt) als Hälterung genutzt habe. Man könne daran denken, das auch wieder so zu praktizieren.


Ein hartes Stück Arbeit

"Es ist davon auszugehen, dass der See seit zehn oder mehr Jahren nicht mehr gereinigt wurde. Das werden richtig umfangreiche Arbeiten", stellte der Bürgermeister in Aussicht. "Aber es muss gemacht werden." Sich vor Ort mal umzuschauen, lautet der abschließende Vorschlag von Oliver Dotterweich (SPD).

Im Rathaus ein Stockwerk tiefer marschiert waren die Gemeinderäte zu Sitzungsbeginn für einen Tagesordnungspunkt. Im Bürgersaal stellte ihnen ein Vertreter des Ingenieurbüros "Energievision Franken" Musterlampen und zwei Beleuchtungsvorschläge für den Raum vor, der bislang von 44 Leuchtstoffröhren, angeordnet in elf Quadraten, 19 Halogenleuchten und (bei Bedarf) den Bühnenstrahlern erhellt wird.


Stromfresser müssen raus

"Der Bürgersaal ist knapp 30 Jahre alt und die Beleuchtung noch die erste - ein Stromfresser. Im Rahmen des Energiekonzeptes, das in der Gemeinde nach und nach umgesetzt wird, haben wir für die Umrüstung beim Umweltministerium Fördermittel beantragt", informierte Carsten Joneitis.

Nach Abwägung von Vor- und Nachteilen und nicht zuletzt des Preises beider Vorschläge gaben die Räte der Variante mit neun Lichtquadraten, indirekt strahlenden Leuchtröhren für die sechs Simse an den Wänden plus Leucht-Spots für die Bühne den Vorzug. Der Netto-Preis liegt bei 23 165 Euro. Dafür würden, bei einem Fördersatz von 30 Prozent, 7007 Euro wieder hereinkommen.

Das Energie-Einsparpotenzial liege theoretisch bei 85 und realistisch gesehen immer noch bei 75 Prozent, merkte der "Energievision-Mitarbeiter an. Der Auftrag soll jetzt in die beschränkte Ausschreibung gehen.


Zwei neue Möglichkeiten

Die in einigen Details veränderte Planung für eine Urnengrabanlage im Oberhaider Friedhof wurde nun vom Gemeinderat - nach mehrfachen Beratungen während der vergangenen Monate - genehmigt. Auf der Grünfläche neben dem Leichenhaus soll unter einem großkronigen Baum ein Feld für anonyme Bestattungen entstehen (Angehörige haben die Möglichkeit, den Namen des Verstorbenen auf einer Stele anbringen zu lassen).

Im Anschluss daran wird es eine zentralen Bereich für Urnenbestattungen geben (keine individuellen Urnengräber), um dessen Pflege sich die Friedhofsverwaltung kümmert. Die Bau-Kosten werden sich zwischen 15 000 und 18 000 Euro bewegen.

Im Rat war man sich einig: Mit diesen zwei neuen Angeboten, die in Zukunft voraussichtlich immer stärker nachgefragt würden, sowie der klassischen Urnen- und Erdbestattung ist Oberhaid "weit vorn" im Landkreis, was die Bandbreite der Bestattungsmöglichkeiten angeht.


Letzte Erhöhung 2013

Zuletzt im September 2013 erhöht wurden die Beiträge für den Kindergarten "Regenbogen". Vor allem gestiegene Personalkosten veranlassten die Gemeinde zu einer Anhebung zum 1. Januar 2017, erklärte Bürgermeister Joneitis. "Qualität kostet Geld. Wir sind froh, dass wir qualifiziertes Fachpersonal haben. Defizite beim Kindergartenbetrieb werden wir durch Gebührenerhöhungen nie ausgleichen können."

Alle Betreuungsstunden-Buchungsgruppen liegen künftig Zehn-Euro-Schritte auseinander, angefangen von 100 Euro für vier bis fünf Stunden, 110 Euro für fünf bis sechs Stunden bis zu 150 Euro für über neun Stunden.

In der Sitzung hat sich der neue Leiter der Grund- und Mittelschule Oberhaid, Winfried Schnitzer, dem Gremium vorgestellt. Er war in den vergangenen elf Jahren Schulleiter in Ebelsbach und hat mit der Turnhallensanierung, vor allem aber mit dem Anbau für Bücherei, Mensa, Jugendtreff und Räumen für den offenen Ganztagsbereich große Projekte vor sich. Zusätzlich zu seinen Aufgaben als Rektor ist er auch noch Klassenlehrer.

Über Reparaturkosten für technische Geräte setzte der Bürgermeister die Räte in Kenntnis. Zum einen ist der Probennehmer in der Kläranlage kaputt (4500 Euro), zum anderen muss der Bagger des Bauhofs instandgesetzt werden (bis zu 13 000 Euro).


"Riesen-Verwaltungsaufwand"

Auch Unterstützungsleistungen des Freistaats für Hochwasser-Geschädigte (Oberhaid war am 17. Juni besonders betroffen), sprach Carsten Joneitis an. Er zeigte sich enttäuscht, dass das Ganze "so ein Riesen-Verwaltungsaufwand" sei und dass die Betroffenen detailliert ihre Vermögensverhältnisse offenlegen müssten, "um dann vielleicht 1000 Euro zu bekommen". Es habe auch noch niemand einen Antrag gestellt.