Nicht nur bei Bosch, auch in anderen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie legten am Mittwoch kurzzeitig die Beschäftigten die Arbeit nieder. Insgesamt waren es 5500 Beschäftigte in Bamberg, die einen ersten "Warnschuss" in Richtung Arbeitgeber gaben.

"Verdi hat vorgelegt und ich bin mir sicher, dass schaffen wir von der IG Metall auch", gab sich Mario Gutmann, Betriebsratsvorsitzender der Robert Bosch GmbH, zuversichtlich. Denn man wolle keinesfalls das derzeit vorgelegte Angebot der Arbeitnehmer von 2,1 Prozent akzeptieren. Zum einen, weil es die Beschäftigten wert seien, fünf Prozent mehr zu bekommen und zum anderen habe beispielsweise Bosch einen Umsatz von rund 70 Milliarden eingefahren. "Von diesen Gewinnen wollen wir etwas abhaben. Und dafür sind bisher auch bayernweit rund 50 000 Arbeitnehmer bereit gewesen, zu demonstrieren", schilderte Gutmann.


Azubis mit im Boot

Mit im Boot des Warnstreiks vor den Toren des Hauptwerks der Firma Bosch GmbH waren auch die Auszubildenden. "Das Ausbildungszentrum ist leer und ihr alle gebt ein tolles Bild ab", sagte Michael Schulz von Jugend und Auszubildendenvertretung (JAV). Die Jugendlichen würden dreieinhalb Jahre lernen, viel Zeit später in Aus- und Weiterbildung investieren, da sei es doch das mindeste, dass die Arbeitgeber ihre finanziellen Erfolge mit den jungen Menschen, aber auch allen anderen Beschäftigten teilen.

"Wir behaupten sicher nicht, dass wir uns kein Brötchen oder keinen halben Liter Milch von unserem Lohn kaufen können. Aber wir werden es nicht akzeptieren, dass wir von den finanziellen Erfolgen der Betriebe ausgeklammert bleiben", wetterte Matthias Gebhardt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Bamberg. Denn diese seien nur durch die Arbeitskraft der Beschäftigten und deren Bereitschaft zu Wochenendschichten und Überstunden möglich gewesen. Zudem hätte eine Umfrage unter 400 bayerischen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie ergeben, dass 80 Prozent von ihnen satte Gewinne einfahren. "Die restlichen, denen es derzeit nicht gut geht, mit denen sind wir gerne bereit, gesondert zu verhandeln. Von den anderen indes fordern wir fünf Prozent mehr Entgelt", so Gebhardt.

Sollten die Arbeitgeber in der nächste Runde nicht einlenken, werde es Mitte nächster Woche zu einer größeren Streikaktion in der Wunderburg kommen. Und sollte auch danach kein Kompromiss gefunden worden sein, scheue man von Seiten der Gewerkschaft nicht davor zurück in Tagestreik überzugehen.