Das soll Oberbefehlshaber Hertling auf der Sicherheitskonferenz in München gesagt haben. Von der Räumung der Garnison wären mindestens 414 deutsche Zivilangestellte betroffen. Ein Teil des US-Kasernengeländes in Bamberg wird sich schon im Sommer leeren. Dies erfuhr der Bamberger CSU-Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn vom Oberbefehlshaber der US-Heeresstreitkräfte, Mark Hertling, am Wochenende auf der Sicherheitskonferenz in München. Wie viele Soldaten den Abzugsbefehl erhalten werden, liegt aber noch im Dunkeln: "Ein Zeitplan für die Standortschließung wird derzeit erst erarbeitet", sagt Silberhorn.

Von der Standortschließung sind weit mehr deutsche Mitarbeiter betroffen als zunächst angenommen. Zu den 370 Mitarbeitern in der Garnison, zu denen vom Handwerker bis zum Ingenieur alle möglichen Berufsgruppen zählen, kommen noch 44 Beschäftigte hinzu, die bei "Aafes" überwiegend im Einzelhandel tätig sind, etwa für die PX, Supermärkte, Burger King, Tankstellen, Schulspeisung und andere Dienstleister.
Aafes-Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Masching geht davon aus, dass wie seit Jahren geplant ein erstes Batallion im Sommer nach Vicenza in Italien abrücken wird und der weitere Abzug bis 2013 über die Bühne geht. "Im September 2013 wird der Standort dicht sein. Es nützt nichts, wenn man durch eine rosarote Brille auf die Dinge sieht", sagt Masching.

Sollten die ersten amerikanischen Familien von Bamberg weggehen, wird sich das unweigerlich auf die Geschäfte im Einzelhandel der Kaserne niederschlagen. Vor allem die jüngeren Mitarbeiter sind es, so Masching, die sich um ihre berufliche Perspektive sorgen.

Ein gewisser Trost ist der so genannte Tarifvertrag für soziale Sicherheit, der 1971, zum Höhepunkt des Kalten Kriegs, zwischen Bundesrepublik, Finanzministerium und Stationierungsstreitkräften beschlossen worden war. Er verspricht bei einem Abzug aus militärischen Gründen, dass langjährig Beschäftigte bei der Besetzung von Stellen im öffentlichen Dienst bevorzugt werden und Ausgleichszahlungen erhalten sollen, wenn sie nur eine schlechter bezahlte Arbeit finden.

Welche Chancen bestehen, dies umzusetzen ist, darüber will Eduard Mayer, der als Betriebsrat 370 deutsche Mitarbeiter in der Garnisonsverwaltung vertritt, schon bald mit Vertretern der öffentlichen Hand sprechen. Befürchtungen hat Mayer, dass der Abzug der Amerikaner die deutsche Wirtschaft und wegen des Wegfalls von Steuereinnahmen auch die Gemeinden stärker treffen könnte als dies derzeit vermutet wird. "Dies wird die Neigung, neue Mitarbeiter einzustellen, nicht erhöhen", sagt der Betriebsrat.

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