Der Weckruf des Handels am Grünen Markt ist nicht ohne Wirkung geblieben: Einem Antrag der Freien Wähler folgend hat sich der Stadtrat auf eine Reihe von Sofortmaßnahmen für die Marktordnung verständigt, von denen die ersten bereits im Juni in Kraft treten sollen.

Eine endgültige Aufstellung der Markthändler ist damit noch nicht beschlossen, aber ein Trend absehbar: Es soll lockerer zugehen am Grünen Markt - mit auf zehn Meter beschränkten Marktständen und mit Durchgängen zwischen den mobilen Verkaufsflächen. Wichtiger Nebeneffekt für die Stadtgestaltung: Der Durchblick zur prächtigen Barockfassade von St. Martin soll besser werden.

"Wir können nicht mit der Flex die Marktwagen teilen", sagte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), und gab gleichzeitig bekannt, dass sich die noch vor kurzem als Favorit geltende "Riegel-Variante" bei einem Vor-Ort-Termin als nicht praktikabel erwiesen habe. Dieser Lösungsvorschlag sah vor, die sogenannten Jahresplatzstände auf der Ostseite des Grünen Markts Rücken an Rücken gegen die beiden Laufrichtungen aufzustellen und die Tagesplätze auf der Westseite in wechselnden Kombinationen zu konzentieren. Vorteil: Es ist die einzige Variante, die die Unterbringung fast aller Stände gewährleistet und damit auch das Ziel der Marktvielfalt erreicht hätte. Nachteil, neben den logistischen Schwierigkeiten: Die Freihaltung von St. Martin ist nicht umsetzbar.

Doch genau daran ist den Fraktionen auch gelegen, wie sich in der anschließenden Debatte zeigte. "Für uns ist die bessere Sichtbarkeit der Martinskirche unverzichtbar", sagte Helmut Müller. Einer Lösung, die zulässt, dass die Fassade weiterhin so verbaut sei wie bisher, könne die CSU nicht zustimmen. Gleichzeitig ist der Union auch wichtig, dass die Länge der Marktstände nicht mehr ins Uferlose wächst und eine Entzerrung auf dem Grünen Markt möglich ist.

1a-Lage gefährdet

Für die SPD-Fraktion geht es bei der Neuordnung des Markts vor allem darum, die Lage des stationären Einzelhandels in der Fußgängerzone zu erleichtern. Die Geschäfte stünden mit dem Rücken zur Wand, sagte SPD-Chef Klaus Stieringer mit Blick auf die ungünstige Anordnung der Marktstände. Dadurch sei die ursprüngliche 1a-Lage am Grünen Markt deutlich niederrangiger geworden. Es sei nicht zu übersehen, dass die Mehrheit der Kunden zwischen den Markthändlern unterwegs sei - und nicht vor den Schaufenstern der Läden. Zwei große Durchgänge sollen aus Sicht der SPD die bisherige Blockbildung abmildern.

Auch die Grünen finden die Zeit reif für eine Neuordnung in der wichtigen Bamberger Einkaufsstraße. Ursula Sowa (GAL) sprach davon, dass der Grüne Markt ein Gesicht bekommen müsse. Zur Zeit erinnert sie die Gestaltung eher an "Kraut und Rüben". Wie man zu einer Besserung kommt? Die Grünen schlugen unter anderem eine Gestaltung der Marktmeile mit modulartigen Verkaufsständen vor.

Der weitreichendste Wunsch nach einer Neuordnung kommt von den Freien Wählern. "Wir sind grundsätzlich für den Maxplatz als Marktplatz", sagte Dieter Weinsheimer, ohne jedoch den Zuspruch anderer Fraktionen für diese Überlegungen zu erhalten. Auch für die Freien Wähler ist die Freihaltung der Martinskirche ein klares Ziel.
Wie die Marktordnung genau aussehen soll, welcher Stand, wo stehen wird, will der Stadtrat in einer seiner nächsten Sitzungen beschließen.

Einstweilen wird die Leiterin des Ordnungsamtes, Christine Feldbauer, schon zum Beginn des neuen Monats einige Veränderung umsetzen. Dazu gehört auch, einen Teil der Spezialitätenhändler auf den Maxplatz umzusiedeln, weil nur so die geforderten Durchlässe am Grünen Markt zu schaffen sind. Diese rund zehn Marktstände sorgen mit ihren Sortimenten zwar für die gewünschte Vielfalt des Angebots, bieten aber optisch ein recht unharmonisches Bild - ganz abgesehen von der Sperrwirkung. Zumindest für den Großteil von ihnen sind die Tage auf dem Grünen Markt gezählt.

Durchlässe freihalten

Aber auch die verbleibenden Gemüse- und Obsthändler müssen deutlich an Fläche abgeben, um den Blick auf St. Martin freizuhalten und die gewünschten Durchlässe, vor allem auch zum Gabelmann, zu schaffen. Künftig soll die maximale Länge der Stände nur noch zehn Meter betragen.

Egal, wie es mit dem Grünen Markt und dem Maxplatz in den nächsten Monaten weitergeht - es wird hohe Aufmerksamkeit bei den Bambergern genießen, ist man sich im Rathaus sicher: "Das Interesse am Markt ist hoch", sagt Christine Feldbauer. Schon an den ersten Überlegungen über eine Neuordnung hätten die Bürger rege Anteil genommen.