Geht das gut? Von Wattendorf nach Ebrach, rund 70 Kilometer, im Elektrofahrzeug. Das sollte klappen. Denn das Netz der Ladestationen wird gerade dichter. Wer nicht gerade mit allerletzter Reserve losdüst, aber auch ejnen kleinen Zeitpuffer fürs eventuelle Aufladen eingeplant hat, kann nunmehr sorglos aufs E-Mobil setzen, wenn er in der Region unterwegs sein will. Denn das Netz an Ladestationen wird immer dichter.

Bereits in Königsfeld findet der eingangs genannte, in Wattendorf gestartete E-Mobil-Fahrer eine Ladestation. Bis Ebrach sollte er etliche weitere finden. Natürlich gibt's auch in der westlichsten Landkreisgemeinde in Kürze Kilowattstunden zum Aufladen.

Bis 2035 wollen Stadt und Landkreis energieautark sein. Ein hehres Ziel. Eine von vielen Etappen auf dem Weg zur Autarkie bildet die verstärkte Nutzung von Elektromobilen. Oberfrankenweit lag der Landkreis letztes Jahr an der Spitze: Für den Juni 2015 etwa waren im Landkreis Bamberg 37 Elektro-Pkw, acht Elektro-LKW und 14 sonstige Elektro-Fahrzeuge gemeldet. Zahlenmäßig hatte man oberfrankenweit die Nase vorne. Ausbaufähig ist allerdings der Anteil der Elektro- und Hybridfahrzeuge am gesamten Fahrzeugbestand: Mit 0,03 und 0,09 Prozent rangierte der Landkreis hier an viertletzter Stelle.

"Es kann nur Schritt für Schritt gehen", weiß Robert Martin, Klimaschutzbeauftragter des Landkreises. Als solcher kennt er auch die Kinderkrankheiten der Elektromobile: Etwa den relativ hohen Anschaffungspreis. Der Einstiegspreis liegt bei etwa ab 18 000 Euro, was für den Zweit- oder Drittwagen nicht eben günstig ist. Und auch die Reichweite von im Schnitt 130 Kilometern ist noch ausbaufähig. Da soll doch zumindest eine dichteres Netz an Ladestationen den Umstieg aufs Elektrofahrzeug versüßen, findet der Klimaschutzbeauftragte.

Der Landkreis setzt auf die Vorreiterrolle der Gemeinden: Wenn sie sich nicht nur eigene Elektromobile anschaffen und in Dienst stellen, sondern beispielsweise auch leasen und sie der Bevölkerung zur Verfügung stellen, finden möglicherweise mehr Mobilisten Gefallen an den umweltfreundlichen Fahrzeugen.


In kommunalen Diensten

Der Landkreis selbst verfügt über Elektrofahrzeuge. In Diensten der Gemeinde Gundelsheim steht ein Elektrofahrzeug, durch Buttenheim rollt gleichfalls ein strombetriebener Smart in öffentlichen Diensten. Und auch im Bauhof der Stadt Hallstadt ist ein Elektrofahrzeug im Einsatz.

Dank der jüngsten Ladesäulenaktion unter der Regie Robert Martins haben 24 Landkreiskommunen 28 Ladesäulen geordert. Wobei jede Gemeinde für ihre erste Station mit 2500 Euro vom Landkreis bezuschusst wurde, so dass lediglich rund 1000 Euro Eigenmittel notwendig waren. Bei dieser Sammelbestellaktion haben AWO und Krankenhausgesellschaft mitbestellt und je eine Station erworben. Sie freilich erhielten auf die Anschaffung keinen Kreiszuschuss. Laut Robert Martin sollten alle Stationen wohl innerhalb der kommenden vier Wochen aufgestellt und in Betrieb genommen sein.

Zusammen mit den bis dahin existierenden zwölf öffentlichen und 13 nichtöffentlichen Stationen summiert sich die Zahl der Versorgungsstationen auf knapp 60 in der Stadt Bamberg und im Landkreis.
In Kürze werden die genauen Standorte der Ladestationen auch unter www.klimaallianz-bamberg.de zu finden sein. Zudem überlegt Martin auch, wie Orte mit Ladestation bereits am Eingang darauf aufmerksam machen und zum Standort leiten. Da sollte der in Wattendorf startende E-Mobilist dann noch komfortabler unterwegs sein können, nach Ebrach oder in andere Gemeinden.