Elf Freunde müsst ihr sein, um Siege zu erringen" - dieser Spruch hängt in den meisten Sportheimen aus. In vielen Mannschaften von der Bundesliga bis in die A-Klasse, sind manche Mitspieler nicht nur freundschaftlich, sondern darüber hinaus brüderlich verbunden. So bei den drei Bartilla-Brüdern, von denen mittlerweile einer in Hirschaid und zwei beim Heimatverein Heiligenstadt kicken.

Es war ein richtig erfolgreiches "Bartilla-Wochenende" für die Brüder Stefan, Christian und Thomas. Schließlich traf der Älteste, der 28-jährige Stefan, für den Bezirksligisten TSV Hirschaid beim Sieg über Lichtenfels doppelt, während die beiden Jüngeren Chrstian (26) und Thomas (23) sich mit dem gemeinsamen Heimatverein Heiligenstadt einen Dreier in Giech sicherten.

Getrennte Wege

Seit der vergangenen Saison gehen die Brüder mit den italienischen Wurzeln, nicht mehr gemeinsam für das Team aus der Marktgemeinde Heiligenstadt auf Punktejagd. Stürmer Stefan wagte den Sprung zum Bezirksligisten TSV Hirschaid.

"Mit 28 wollte ich noch einmal oben angreifen und schauen, ob ich es auch höher schaffe. Deshalb der Wechsel nach Hirschaid - und dort fühle ich mich richtig wohl." Der TSV liegt zwar derzeit auf dem drittletzten Rang der Bezirksliga West, konnte aber in den vergangenen sieben Partien 13 Punkte einfahren und ist auf einem ebenso guten Weg, wie Stefan Bartilla selbst: sechs Tore steuerte der Stürmer, der in den letzten acht Spielzeiten 138 Mal traf, in diesen Spielen bei. Er ist überzeugt: "Es geht aufwärts! Die Mannschaft hält zusammen, wir werden uns aus dem Tabellenkeller herauskämpfen und es denen zeigen, die uns schon abgeschrieben haben!". Schließlich habe man mehr Potenzial, als man vermuten würde.

Weitgehend im Soll liegen Christian, seines Zeichens Torhüter, und Mittelfeldspieler Thomas, mit 23 Jahren der Jüngste. Drei Punkte trennen den derzeitigen Tabellenvierten SC Heiligenstadt in einer - hinter dem souveränen Ersten Gunzendorf - recht ausgeglichenen Kreisklasse 2 vom Aufstiegsrelegationsrang. "Momentan läuft es richtig gut", sagt Thomas. "Wenn man bedenkt, dass im Vergleich zum Kreisliga-Aufstiegsjahr, sechs Stammspieler weggebrochen sind, stehen wir ganz gut da", legt Torhüter Christian nach.

Wie nicht anders zu erwarten, entstammen die Brüder einer fußballbegeisterten Familie. Vater Ralf spielte in Eggolsheim selbst in der Bezirksliga im Tor und begleitete die Söhne gemeinsam mit Mutter Silvia zu den meisten Schüler- und Jugendspielen. Insbesondere die Mutter stand Gewehr bei Fuß, wenn es hieß, die Sprößlinge zu Spiel und Training zu fahren. "Nicht nur dafür, sind wir ihr sehr dankbar", so Stefan, Christian und Thomas unisono.

Seine Mutter hat in motiviert

Bei Thomas gab sie sogar die Initialzündung, überhaupt mit dem Fußball zu beginnen: "Sie hat mich damals damit überzeugt, dass ja auch alle meine Brüder und Freunde spielten und dass sie bei jedem unserer Spiele zusah, hat mich noch mehr motiviert."

Mit zahlreichen, in etwa gleichaltrigen Cousins, traf man dann häufig die gesamte Familie auf dem Bolzplatz in Zoggendorf an. "Und teilweise machen wir das sogar heute noch", sagen die Brüder, die auf eine erfolgreiche, gemeinsame Zeit in Heiligenstadt blicken können. Schließlich gelang jedem von ihnen mindestens einmal der Aufstieg in die Kreisliga. "Irgendwann soll das schon nochmal gelingen", hofft Thomas.

Ein besonderes Spiel aus der Saison 06/07 hat Stürmer Stefan noch in Erinnerung: Am 22. Oktober lagen die Heiligenstadter zu Hause gegen Dörfleins zur Halbzeit mit 0:1 hinten. Bis der damals 21-jährige Stürmer mit einem Fünferpack zwischen der 61. und 88. Spielminute das Spiel noch drehte.

Selbst Torwart Christian, der offenbar als einziger der Söhne die Torwart-Gene des Vaters geerbt hat, traf bereits: Als es personell eng zuging, wurde er in der vergangenen Saison im Feld eingewechselt und traf prompt.
Unterschiede zwischen den Dreien sind nicht nur in den bis zu zehn Zentimeter Größenunterschied oder in den verschiedenen Positionen auf dem Feld vorhanden, sondern auch in der Berufswahl: Stefan arbeitet als Marketingreferent, Christian als Fertigungsmechaniker und Thomas ist Bäcker.

Insgesamt gibt es aber natürlich zuhauf Ähnlichkeiten wie die Liebe zum Fußball, aber auch der gleiche Humor "und der gesunde Appetit", wie Thomas zugibt. Ihnen gemeinsam ist auch eine ruhige und zurückhaltende Art, sowie Ehrgeiz und Einsatzwillen im Trikot. Am Wichtigsten aber für alle Drei: "Wir haben untereinander ein sehr gutes Verhältnis und jeder von uns weiß, dass er sich immer auf die beiden anderen verlassen kann!"

Von Markus Schütz

Serie
Regelmäßig präsentieren wir Ihnen hier Geschichten in Zusammenarbeit mit dem Fußball-Portal anpiff.info.