Durch die niedrige Wassertiefe ist der See in der heißen Jahreszeit sehr anfällig für Blaualgen. In der Tiefe ist der See total verschlammt. Ziel der Gemeinde ist es,den Badesee für die Naherholungssuchenden wieder attraktiv zu machen und die Sanierung des Sees anzustreben.

"Bei diesem Projekt stehen wir ganz am Anfang" informierte Bürgermeister Bruno Kellner (VU) den Marktgemeinderat im Hinblick auf ein Seen-Therapiekonzept für den Badesee in Ebing.

Das Wasserwirtschaftsamt sei gefragt worden und habe im Prinzip nichts gegen eine Sanierung. Im Rahmen der ICE Baumaßnahme seien 50 000 Kubikmeter Boden in Aussicht gestellt worden. Hier seien aber noch weitere Verhandlungen erforderlich. Die Überlegungen gehen dahin, das Seen-Therapiekonzept mit der ICE Baumaßnahme zu verknüpfen, so Kellner.

Das Konzept stellte der Gewässerbiologe Francis Foeckler vor. Er sprach ebenfalls von einer massenhaften Blaualgenentwicklung mit negativen Auswirkungen auf das Ökosystem des Sees. Der See sei hochgradig nährstoffbelastet. Durch eine Sauerstoffzehrung könne das im Extremfall zum Fischsterben führen. Gelöst werden könnten die Probleme durch eine dauerhafte Anbindung des Gewässers an den Main. Durch den See sollen ein Polder und außen herum Deiche gebaut werden. Erforderlich seien die Anlage von großen Flachuferbereichen mit Wasserpflanzen und eine Erhöhung des Raubfischanteils, erklärte der Gewässerbiologe. Erfolgen soll dann die Vertiefung und Entschlammung des Sees.

Der Polder kann mit kostengünstigem Material von der ICE-Baustelle gebaut werden. Etappenweise wird dann der Schlamm abgesaugt und auf dem Polder aufgebracht. Der Schlamm ist mit Cadmium belastet und kann deshalb nicht im Landbau Verwendung finden. Die Cadmium-Belastung muss aber erst erneut überprüft werden. Francis Foeckler informierte, dass die Firma Ökon-GmbH bei der Bauausführung mit der Wasserbau-Firma SKI zusammenarbeite. Die Kosten für die ersten beiden Schritte der Grundlagenermittlung für die Bauausführung bezifferte er auf 25 000 Euro.

Marktgemeinderat Manfred Reindl (CWU) erkundigte sich nach der Beschaffenheit des Materials. Das sei wahrscheinlich Kies und damit kaum geeignet, vermutete Jürgen Stößel (Ebinger Liste). Sabina Sitzmann-Simon (CSU) fragte vor dem Hintergrund der bevorstehenden kostenträchtigen Baumaßnahmen, wie Schulsanierung und Sanierung des Torhauses, nach einer groben Kostenschätzung für das Seentherapiekonzept.

Das könne nur mit der bauausführenden Firma erfolgen und sei zu diesem Zeitpunkt unseriös, antwortete der Gewässerbiologe.


Badesteg beantragt

Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Wegen der hohen Planungskosten und ohne Aussage was das Konzept an Kosten verursacht, lehnte der Marktgemeinderat zu diesem Zeitpunkt alle weiteren Schritte ab. Ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt soll über den Antrag der Ebinger Liste auf Errichtung eines Badestegs am Ebinger See entschieden werden.