Was ist los in Bamberg? Kaum ein Tag vergeht mehr, an dem die Polizei nicht von einem Einbruch in Lokale, Geschäfte oder Büroräume berichtet. Täglich werden Zeugen gesucht, weil der oder die Täter unerkannt das Weite suchten.

Brauchen können die Eindringlinge offenbar alles, lassen neben Geld auch 'mal ein Laptop, eine EC-Karte oder Weinflaschen mitgehen, wie am Dienstag in einer Gaststätte an der Geyerswörthstraße. Am Donnerstag meldete die Polizei schon den nächsten Einbruch in einer Gaststätte an der Kunigundenruhstraße, wo Automaten geknackt und der Münzinhalt entwendet wurden.

Für Schlagzeilen sorgten zuletzt Mitte März ungebetene Besucher in zwei Geschäften in der Altstadt. In beiden Fällen machten die Täter üppige Beute: Bei "a.p.Männer" fielen ihnen Bargeld, Herrenbekleidung und Schuhe für 180.000 Euro in die Hände, in der Boutique Feldbaum an der Oberen Brücke hochwertiger Modeschmuck; der Gesamtschaden an diesem Tatort wird von der Ladenbesitzerin Gertrud Feldbaum auf rund 20.000 Euro beziffert.

Keine Häufung nach Zahlen

Seit die Geschäftsfrau und ihr Nachbar Ali Ergin, Mitinhaber von "a.p. Männer", selbst zu den Betroffenen gehören, reagieren sie verständlicherweise doppelt sensibel auf jeden bekannt werdenden Einbruch in der Stadt. Auch sie fragen sich angesichts der zahlreichen Meldungen im Polizeibericht, was nur los ist in Bamberg.

Häuft sich die Zahl einschlägiger Straftaten tatsächlich? Oder handelt es sich um eine gefühlte Zunahme? Bei der Bamberger Polizei ist es Pressesprecherin Silke Gahn, der wir diese Fragen stellen.

Sie kommt nach einem Blick in die interne Statistik zu dem Schluss, dass sich der Eindruck, Bamberg sei unsicherer geworden, nicht mit Zahlen erhärten lässt.

Vielleicht, so ihr Erklärungsversuch, habe das mit einer veränderten Wahrnehmung der Menschen zu tun. Vielleicht seien die Leute hellhöriger geworden, seit Haus- und Wohnungseinbrüche bayernweit die Medien beschäftigen und der bayerische Innenminister schon laut über Steuervorteile für alle nachdenkt, die Geld in die Hand nehmen, um ihre vier Wände sicherer gegen Eindringlinge zu machen.

Zusätzliche Streifen unterwegs

Aus den Zahlen der zuständigen Bamberger Ermittlungsgruppe liest Gahn für das erste Quartal 2015 im Stadtgebiet sogar einen minimalen Rückgang bei der Gesamtzahl der Einbrüche heraus. Vergleiche nach Art des Tatorts lässt die interne Polizeistatistik nach ihren Angaben jedoch nicht zu, weil die Kategorien sehr grob gefasst sind.

Auch wenn die Zahlen angeblich keinen Anstieg erkennen lassen: Die Polizei nimmt die Einbrüche laut Gahn nicht auf die leichte Schulter. So habe man seit Mitte März die Zahl der Streifen in der Altstadt erhöht. Das möge im Stadtbild nicht auffallen, weil auch Beamte in Zivil unterwegs seien. Solche "Konzepteinsätze" an "relevanten Orten" finden laut Silke Gahn immer wieder und häufig mit Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei statt.

Viele Zeugenhinweise

Zu den Einbrüchen am Wochenende 14./15. März in der Karolinenstraße 6 und in der Nacht zum 18. März im Laden des Anwesens Obere Brücke 2 sind bei der Bamberger Kriminalpolizei zahlreiche Zeugenhinweise eingegangen.

Auf die Spur der unbekannten Täter führte bislang keiner. Es seien aber noch nicht alle Informationen ausgewertet, sagt Peter Neder, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberfranken, auf Anfrage. Deshalb könne er auch noch nicht die Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen beantworten. Die zeitliche und räumliche Nähe könne auch ein reiner Zufall sein.

Laut Neder gehen die Ermittler immer auch scheinbar unwichtigen Beobachtungen nach, die gemeldet werden. Er ermutigt die Bevölkerung, im Zweifelsfall lieber ein Mal zu viel als ein Mal zu wenig bei der Polizei anzurufen, auch nachts: "Wir sind ja da!"

Tatverdacht erhärtete sich nicht

Ob die Einbrüche je geklärt werden können, ist fraglich. So gibt es bis heute keine heiße Spur von den Räubern, die 2012/2013 zwei Bamberger Schmuckgeschäfte ausgeräumt haben: In den Morgenstunden des 7. Januar 2013 hatten Unbekannte aus einem mit Panzerglas gesicherten Laden am Geyerswörthplatz Gold und Brillanten im Wert von rund 350.000 Euro gestohlen; am 14. Oktober 2012 war ein Juweliergeschäft in der Hauptwachstraße das Ziel nächtlicher Einbrecher gewesen. Dort erbeuteten die Unbekannten angeblich nicht versicherten Schmuck im Wert von einer Million Euro.

2014 schien der Einbruch beim Juwelier in der Hauptwachstraße übrigens kurz vor der Aufklärung zu stehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte aufgrund von DNA-Spuren, die an einem Meißel am Tatort gefunden worden waren, gegen zwei Männer. Der Tatverdacht reichte laut Oberstaatsanwalt Bernd Lieb aber nicht aus, um ihnen die Bamberger Sache nachzuweisen.