Die gute Nachricht aus der Gemeinderatssitzung lautet: Das Trinkwasser aus der kommunalen Versorgungsanlage ist in Ordnung und kann bedenkenlos genutzt werden. Die weniger erfreuliche lautet: Es wird nach derzeitiger Kalkulation rund 4,9 Millionen Euro kosten, alle in den Pumpwerken, Hochbehältern und Leitungen vorhandenen Schäden zu beheben.

Zu bedenken ist, dass es für die über Jahre zu streckenden Maßnahmen keinen Staatszuschuss gibt; die Kosten der Zwischenfinanzierung müssen durch höhere Verbrauchsgebühren von allen Wasserverbrauchern bestritten werden. Ein Umlageverfahren ist in Litzendorf weiterhin nicht vorgesehen. Derzeit wird in der Gemeinde von den Abnehmern eine Grundgebühr von 36 Euro/Jahr verlangt; die Verbrauchsgebühr beträgt 1,41 Euro pro Kubikmeter.

Sanierung beginnt 2014

Großes Unbehagen löste die Studie "Ermittlung des Sanierungsbedarfs der Wasserversorgungseinrichtung" durch das Nürnberger Ingenieurbüro Gauff bei den amtierenden Gemeinderäten nicht aus. Einerseits hätte der Befund schlimmer ausfallen können, und andererseits brauchen sich erst die Kommunalpolitiker, die ab Mai 2014 ihres Amtes walten werden, mit der Bewältigung der Aufgaben beschäftigen. Ein akuter Handlungsbedarf besteht nicht.

Immerhin wurde beschlossen, im nächsten Jahr mit der schrittweisen Sanierung zu beginnen: Gemäß der Dringlichkeitsliste aus der Gauff-Studie soll die "Hochzone Tiefenellern" angepackt werden, wo es gilt, den Hochbehälter vom Netz abzutrennen und zu einem Löschwasser-Reservoir umzufunktionieren. Außerdem muss das Pumpwerk auf den neuesten Stand gebracht werden.

Parallel dazu soll die Wassergewinnung in Melkendorf und Tiefenellern gesichert und besser geschützt werden. Für Melkendorf ist der Einbau einer Ultrafiltrationsanlage vorgesehen, um die Wasserqualität zu garantieren. Auf Frage von Heinrich Heß (CSU) erklärte der Gutachter Zoltan Steiger, dass Melkendorf dann erst über eine Leitung aus Litzendorf versorgt werden sollte, wenn die Wassermenge aus den örtlichen Quellen dauerhaft nicht mehr reiche.

Teilweise mehr als 60 Jahre alt

Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) ist wie der gesamte Gemeinderat bestrebt, die preisgünstige Eigenwasserversorgung aufrechtzuerhalten. Zu diesem Zweck habe man im Zuge von Straßenbauarbeiten alte Leitungen ausgetauscht und auch die maschinentechnische Ausstattung der Hochbehälter schon verbessert. Insgesamt seien in den letzten zehn Jahren 3,5 Millionen Euro in die Wasserversorgungsanlage investiert worden, berichtete Möhrlein. Weil sie aber teilweise schon über 60 Jahre in Gebrauch sei, wurde ein Fachbüro mit einer umfassenden Bestandserhebung beauftragt. Gleichzeitig wurden Sanierungs- und Optimierungsvorschläge erbeten. Diese liegen nun vor und wurden von zwei Mitarbeitern des Büros Gauff erläutert.

Ingenieur Willi Scherm machte auf Defizite bei der Fernüberwachung und -steuerung der Hochbehälter und Pumpwerke aufmerksam. Neue Übertragungsmöglichkeiten erlaubten nun die Übermittlung von Daten zwischen den Bauwerken und der zentralen Datenstation auf dem Bauhof, sodass der Wasserwart nicht mehr in so kurzen Abständen wie bisher Kontrollrunden zu den Anlagen drehen muss. Bei Schnee und Eis war und ist es mitunter gefährlich, die Hochbehälter anzusteuern. Die Verbesserung der Datenübermittlung wird für einen späteren Sanierungsabschnitt angepeilt. Teilweise müssen dafür erst Stromanschlüsse hergestellt werden.

Diplom-Ingenieur Zoltan Steiger hatte bei der Inspektion der Hochbehälter und Pumpenhäuser diverse Mängel entdeckt: vereinzelt hat sich viel Rost angesammelt, Schäden an Betondecken und -wänden wurden dokumentiert. Am Hochbehälter von Pödeldorf ist eine heute unzulässige Lüftungsanlage vorhanden. Die für die Beseitigung derartiger Mängel entstehenden Kosten bezifferte Steiger mit rund 1,2 Millionen Euro. Wesentlich teurer kommt der Sanierungsbedarf an den Rohrleitungen: 3,7 Millionen Euro sind zu befürchten.

Etliche Lecks

Aus dem Umstand, dass in der Gemeinde jährlich 388 000 Kubikmeter Wasser gefördert, aber nur 255 000 an Privat und Gewerbe "verkauft" werden, zeigt sich, dass etliches von dem "Lebensmittel Nr. 1" ungenutzt versickert. Vom Verlust von 133 000 Kubikmeter entfällt zwar noch einiges auf den Eigenverbrauch der Gemeinde, aber es ist von etlichen Lecks in den teilweise aus den 1950er- bis 70er-Jahren stammenden Rohren aus Grauguss auszugehen.

Die Gemeinde sollte sich schrittweise an den Austausch dieser alten und häufig maroden Ortsnetzleitungen machen, empfahl der Gutachter. Und so geschieht es auch schon, zum Beispiel anlässlich des derzeitigen Baus eines Gehsteigs an der Straße "Am Knock" oder bei der anstehenden Erneuerung der Ortsdurchfahrt von Litzendorf im Umfeld der Bäckerei Winkler.

Im Haushalt 2014, so beschloss der Gemeinderat letztlich einstimmig, soll Geld für die nächsten Schritte der Sanierung der Wasserversorgungsanlage eingeplant werden.