Tausendundeine Nacht, mit allem was dazu gehört - Schlüsselfeld macht daraus sogar drei Nächte. Denn zwei weitere werden folgen. Mit der Premiere ihrer GTF-Faschingssitzung verzauberten der Gesangverein, der Turn- und Sportverein und die Freiwillige Feuerwehr Schlüsselfeld knapp 400 Besucher in der Stadthalle und entführten sie in die märchenhafte Welt des Orients; die fantastische Saaldekoration (Theresa Sendner und Barbara Nowak) sowie die handgemachte Bühnendeko eingeschlossen - das altehrwürdige Stadttor reiht sich dort ein zwischen Moscheen und Minaretten.

Nur alle zwei Jahre feiern die Schlüsselfelder auf diese Weise Fasching. Dann aber hauen sie umso kräftiger auf die Pauke. Schmissig eröffnete das von Anne Sendner geleitete GTF-Ballett den Abend. Dann jagte ein Höhepunkt den nächsten. Und - was besonders zu erwähnen ist - die Akteure stammen allesamt aus den eigenen (Stadt-)Mauern.

Ja, es gibt sogar Nachwuchs, so die erst zwölfjährige Mara Hanika, die sich erstmals und noch dazu sehr talentiert in der Bütt bewies. Als "Mini-Jobberin" versuchte sie sich zur Aufbesserung ihres Taschengelds in allen möglichen Aufgaben.


Bravouröser Einstand

Seinen bravourösen Einstand gab auch Uli Zech als Moderator. Er entführte in "weite, heiße Gefilde" und sieht die Steigerwaldmetropole "umgeben von wüsten Orten" wie Aschbach und Reichmannsdorf. Zusammen mit Peter Messingschlager hatte er sogar noch einen Auftritt: Die beiden gaben die "First-Lady-Boys" von Schlüsselfeld. Als "Postboten aus Leidenschaft" huldigten sie Christine, der Frau des Bürgermeisters, mit dem eigens für sie gemachten und stimmlich hervorragend präsentierten Lied "Post für Christina".

Rainer Uri, in verschiedenen Rollen zu sehen, scheint seine Fastnachtsgene an die Söhne Matthias und Florian vererbt zu haben. Als "Jux Delux" steuerten sie zusammen mit Tanja Ott witzige Unterhaltung bei.
Ganz besonders rissen die Showtänze das Publikum mit: Die "Happy Dancers" (Leitung Anne Heidenreich), Funkenmariechen Jasmina Reiterer, die beiden Vorstellungen des Männerballetts und - natürlich - die fantastische Show des von Barbara Nowak geleiteten Kinderballetts: 120 Beine, also 60 Kids, verwandelten mit "Bollywood" die Bühne in einen Tempel des indischen Tanzes samt einem einzigartigen Farbenrausch.
Wie brave Highschool-Mädchen zu heißen Tanzgirls mutierten, zeigte die Gruppe "Xplosion" (Leitung Christine Zahn und Heike Kunkel).

Amüsantes hatte sich der Chor des Gesangvereins einfallen lassen: Zu den Klängen des Gefangenenchors aus Nabucco führte ein Polizist die Reihe schräger Vögel in die Halle und dort direkt vor ihren Richter. Auf dessen Fragen nach dem Grund ihrer Verfehlungen antworteten die Delinquenten musikalisch: "Gold und Silber lieb ich sehr", "Ach ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst" oder "Wiener Blut".

Rhythmisch hervorragend, aber auch ohrenbetäubend zeigte sich die Trommelgruppe Drumniak. Die Monkeys steckten sogar Diakon Georg Paszek in die Tonne.
Immer wieder sorgte Lokalkolorit für Lachsalven. Der Bitte um eine Spende für das Aschbacher Freibad folgte Peter Messingschlager umgehend: "Ich hab ihnen zwei Eimer Wasser hingestellt!"


Ein alter Bekannter

Dann war da noch ein alter Bekannter: Schlüsselfelds "Ossi" im städtischen Bauhof (Walter Pröls), der mit Jubel begrüßt wurde. Herrlich sächselnd glaubt Ossi seit dem Bürgermeisterwechsel "einen milderen Wind" im Rathaus festzustellen. Aus dem Osten "rübergemacht", stellt der Neu-Schlüsselfelder fest, dass auch die Steigerwaldmetropole jetzt ihren "Palast der Republik" hat: die Zehntscheune. Dabei scheinen ihm ein paar Sachen schief gelaufen zu sein: "Die Vorhänge hängen draußen und hinten wurde ein Atombunker angebaut!".