Seit September haben die Dachdecker weitgehend unbemerkt von den Besuchern der Sandstraße auf der Aula der Universität, der Kirche des ehemaligen Dominikanerklosters, gearbeitet. Nur von höher gelegenen Orten wie dem Rosengarten und von der anderen Fluss-Seite aus sah man die Großbaustelle auf dem östlichen Teil des riesigen Daches. Das Gerüst samt Aufzug stand Monate lang im nicht öffentlich zugänglichen Hof des Ämtergebäudes in der Kasernstraße und fiel kaum auf.

Damit die Dachdecker die nach Westen gerichtete Dach-Hälfte in Angriff nehmen können, baute man das Gerüst jetzt an der Straßenseite auf. Dazu gibt es keine Alternative, betont Fritz Angerer, der Leiter des Staatlichen Bauamts. Ein Vorteil sei, dass es Gelegenheit bietet, gleich die Risse am Giebel des mittelalterlichen Bauwerks zu beseitigen und die Fassade neu zu streichen.

Zur Sandkirchweih muss es weg


Der Leitende Baudirektor hofft, dass die Dachdecker auf dem Dominikanerbau bis zur Sandkirchweih möglichst weit kommen, vielleicht sogar fertig werden. Obwohl man später beginnen könne als geplant, traut er das den Handwerkern zu. Angerer ist voll des Lobes über sie.

Das Gerüst an der Herrenstraße hätte nach seinen Angaben schon früher aufgebaut werden sollen. Die Verspätung gehe auf das Konto des Gerüstbau-Unternehmens. Es habe den vereinbarten Termin nicht eingehalten.
Deshalb macht man sich im Staatlichen Bauamt schon darauf gefasst, dass das aufwändige Gerüst am 20. August für die Dauer der Sandkirchweih ab- und anschließend wieder aufgebaut werden muss. Wenn es nach dem Amtsleiter geht, zahlt in diesem Fall aber nicht der Steuerzahler, sondern die Firma die Kosten für den erneuten Aufbau.

Das Dach auf der ehemaligen Klosterkirche ist mit seinen etwa 2000 Quadratmetern Fläche und 75.000 Stück Biberschwanz-Ziegel das größte aus dem Mittelalter weit und breit. Rekordverdächtig ist auch die Neigung von bis zu 80 Grad.

Für lose Ziegel gibt es auf einem so steilen Dach keinen Halt. Mit verschiedenen Sicherungsmaßnahmen von außen und innen hatte sich das Bauamt daher in den vergangenen Jahren beholfen, bis der Landtag das beantragte Geld für die Dachsanierung bereit stellte. Seit 2011 stehen 3,35 Millionen Euro zur Verfügung, die jedoch auch für die Sanierung der Fenster reichen müssen.

Eigentümerin der ehemaligen Klosterkirche im Sand, die ab 1399/1400 errichtet wurde, ist das Land Bayern. Als Bauherrin firmiert das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.