Die Liste der Aussteller ist bunt: Es sind lokale Brauereien vertreten aus Bischberg, Grasmannsdorf, Kemmern, Schammelsdorf, Weismain, Würgau aber auch Braumanufakturen aus Hof, Nürnberg, Radebeul und Berlin.

Der Besucher kann sich vom bekannten Kellerbier bis zum exotischen India Pale Ale durchtesten, wenn am Freitag , 18. November, die erste Bamberger Bier- und Genussmesse mit 40 Ausstellern in der Konzert- und Kongresshalle startet. "ProBier" nennt sich die zweitägige Ausstellung rund um den Gerstensaft, die anlässlich des Jubiläums "500 Jahre Reinheitsgebot" veranstaltet wird.

Bei genauerem Hinsehen fällt auf: Keine der neun Brauereien aus der Stadt Bamberg ist vertreten. "Schwach", schreibt ein enttäuschter Nutzer auf der Facebook-Seite von "ProBier".

Doch, es ist so. Die Gründe der Brauereien sind alle ähnlich. Die Hersteller haben genug mit ihrem Tagesgeschäft zu tun. "Eine Beteiligung war uns aus personellen Gründen unmöglich", erklärt Matthias Trum, Chef der Brauerei Schlenkerla. So äußert sich auch Roland Kalb von der Brauerei Fässla: "Ich schaffe es arbeitstechnisch nicht." Allerdings gelte das auch für andere Ausstellungen: "Ich fahre gar nicht auf Messen", sagt Kalb. Er habe zu wenig Leute zur Verfügung.

Zeit- und Personalmangel sind das Problem, mit dem die Brauereien zu kämpfen haben. Dass die Brauerei Greifenklau aktuell kaum Zeit findet, ist wenig verwunderlich: Am Donnerstag feiert die Braustätte am Laurenziplatz ihren Bockbieranstich, auch am Freitag wird fleißig Bockbier gezapft. Deshalb hat Chef Sigmund Brockard anderes zu tun. "Wenn ich mein Bier auf der Messe ausschenke, dann will ich auch persönlich dort stehen." Da ihm dies nicht möglich sei, habe er abgesagt. Schließlich komme es bei einer Ausstellung auf das Gespräch an: "Die Leute wollen ja was wissen. Die Messe soll zum Genießen sein, nicht zum Saufen", sagt Brockard.


"Wir wollen kein Oktoberfest"

Dass die "ProBier" wohl eher nicht zur "Saufmesse" wird, dafür sorgen womöglich schon die Preise: Der Eintritt kostet neun Euro, die Aussteller verlangen zusätzlich Geld für die Verkostungen, die ausschließlich in der Menge von 0,1 Liter ausgeschenkt werden. Wie viel, entscheidet jeder selbst, erklärt Horst Feulner, Geschäftsführer der Bamberg Congress und Event GmbH. Auch er betont: "Ziel ist, dass der Besucher Bier genießt und Neues kennen lernt. Wir wollen kein Oktoberfest."

Dass es bei der ersten Auflage mit den Bamberger Brauereien nicht geklappt hat, bedauert Feulner. "Wir hätten gerne aus Imagegründen die Brauereien aus der Stadt dabei gehabt." Zufrieden ist Feulner dennoch mit der Resonanz: Für 50 Aussteller hätte man in der Kongresshalle Platz gehabt, knapp 40 sind nun vertreten.

Auch wenn Sigmund Brockard von der Brauerei Greifenklau nicht dabei ist, hat er eine große Vielfalt auf der Messe ausgemacht: "Wir sind überrascht, dass so viel Brauereien mitmachen." Die Kollegen aus dem Landkreis hätten in den vergangenen Jahren mächtig aufgeholt, findet Brockard, das spiegele sich auf der Messe wider.


Neuer Anlauf im kommenden Jahr

Horst Feulner ist sich sicher, dass im kommenden Jahr auch die Bamberger dabei sein werden: Es habe bereits Signale gegeben, dass die ein oder andere Brauerei dann teilnehmen würde.

Denn, wie es Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) formulierte, der neben Landrat Johann Kalb (CSU) Schirmherr der Messe ist: "Bier und Bamberg gehören einfach zusammen. So viele Brauereigaststätten und lokale Biere gibt es kaum woanders."


Bier- und Genussmesse "ProBier":

Messe
Die "ProBier" ist eine Initiative der Bamberg Congress und Event GmbH, des Landkreises und der Stadt Bamberg. Neben der Bierverkostung gibt es ein buntes Programm, Foodtrucks und eine Bier-Cocktail-Lounge.

Zeiten Die Messe in der Konzerthalle, Mußstraße 1, hat am Freitag, 18. November, von 17 bis 23.30 Uhr und am Samstag, 19. November, von 11 bis 23.30 Uhr geöffnet.

Eintritt Karten kosten 9 Euro (ohne Verzehr). Tickets gibt es in den FT-Geschäftsstellen, der Touristinfo oder an der Kasse. Mehr Informationen unter: www.probier-bamberg.de