Das Wichtigste sei, dass die Arbeitsplätze und die Investition in der Region bleiben. So kommentierte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) am Donnerstag die neueste Entwicklung bei der Standort-Suche des Bayerischen Justizministeriums für den JVA-Neubau.


Rekord-Investition im Landkreis?

Justizminister Winfried Bausback hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass er eine Fläche in Burgebrach (Landkreis Bamberg) favorisiert. Auch wenn das Bauland dort erst noch auf seine Eignung geprüft werden muss, scheint fest zu stehen, dass das 60-Millionen-Euro-Projekt jedenfalls nicht auf Stadtgebiet entstehen wird. Landtagsabgeordneter Heinrich Rudrof (CSU) spricht vom "wohl größten Investitionsvorhaben, das der Freistaat Bayern jemals im Landkreis Bamberg getätigt hat".

Muss sich die Welterbestadt Bamberg jetzt als Verliererin fühlen? Starke verneint die Frage. Die Vorentscheidung für Burgebrach sei keine Niederlage für Bamberg. Schlecht wäre es aus Sicht des Oberbürgermeisters gewesen, wenn der Ersatzneubau für die Bamberger JVA in einen anderen Teil Nordbayerns verlagert worden wäre. So blieben die Millionen in der Region und sie profitiere weiterhin von den Arbeitsplätzen im Vollzug. Etwa 140 "krisensichere Arbeitsplätze" stellt das Ministerium in der neuen JVA in Aussicht. Die Neubau-Pläne sehen 276 Haftplätze vor. Im bestehenden Gefängnis, dem "Café Sandbad", gibt es 210.

Starke sieht vor allem die Entwicklungsperspektiven für die Altstadt, die sich durch die Standort-Vorentscheidung konkretisieren würde. Vorstellbar sei eine Nutzung durch die Universität oder durch Kulturschaffende. Konkret werde man das mit den Verantwortlichen in München diskutieren, wenn ein Zeitplan feststeht.

Mit einem Baubeginn in Burgebrach - eine positive Begutachtung vorausgesetzt - ist nach Auskunft aus dem zuständigen Staatlichen Bauamt Bamberg so schnell nicht zu rechnen. "Wir müssen da in Jahren denken", sagte Behördenchef Jürgen König auf Anfrage.

Dem Justizstandort Bamberg hätte das 60-Millionen-Euro-Projekt schon gut zu Gesicht gestanden. Die Kritik Bausbacks, die Stadt habe leider "keinen geeigneten Standort zu akzeptablen Bedingungen vorgeschlagen", mag Starke nicht unkommentiert stehen lassen. Man habe drei "geeignete Grundstücke" angeboten: zwei auf dem Konversionsgelände und das dritte nördlich der B 26 an der Stadtgrenze zu Bischberg.

Die Ablehnungsgründe des Ministeriums wie der hohe Grundwasserstand auf dem Muna-Gelände sind für Starke, wie er sagte, "teilweise nicht nachvollziehbar".