Nach einem verheißungsvollen Architektenwettbewerb war auf einmal drei Jahre lang Pause: Aus versicherungstechnischen Gründen wartete die Bamberger Joseph-Stiftung mit der Realisierung des "Innerstädtischen Quartiers" an der Pfarrer-Wachter-Straße. Das Thema scheint nun geklärt. Architekt Christoph Gatz stellte dem Stadtrat vor, wie er seinen Siegerentwurf für die Stiftung als Bauträger und Vermarkter umsetzen möchte. Das Gremium begrüßt das Fortsetzung des Projektes, sieht aber auch Knackpunkte wie die Stellplatzproblematik.

Die Sache mit dem Hochwasserschutz musste aus versicherungstechnischen Gründen geklärt werden, machte Architekt Reinhard Zingler namens der Joseph-Stiftung in der von Erstem Bürgermeister Thomas Söder (CSU) geleiteten Sitzung deutlich. Nachdem mittlerweile in Sachen Hochwasserschutz der Planfeststellungsbescheid vorliege, könne die Joseph-Stiftung loslegen. Was genau sie vorhat, erklärten Zingler und Wettbewerbs-Sieger Gatz. Nachdem auch der Wettbewerb seitens des Freistaates gefördert worden war, habe man eine Verpflichtung zur Umsetzung des Projektes, schickte Zingler den Ausführungen von Gatz voraus.

Wie der Bamberger Architekt erläuterte, nimmt sein Konzept die Kleinteiligkeit der Umgebung in der Ackerbürgerstadt auf, sei also vom historischen Siedlungsgefüge abgeleitet. Gebaut werde mit sehr kleinen Gebäudetypen. Alle Wohnungen seien sehr hell und verfügten beispielsweise über Tageslichtbäder. "Die Reihe der Häuser in der Pfarrer-Wachter-Straße wird fortgesetzt."

Als historische Chance betrachte er es zudem, inmitten Hallstadts so ein Grundstück zu bekommen, um den Stadtkern zu beleben. Die Zufahrt werde über zwei Äste realisiert.

Auf Nachfrage erklärte Zingler, dass eine Durchmischung angestrebt sei: Senioren ebenso wie junge Familien, aber auch Sozialschwache. Bürgermeister Söder fasste es so zusammen: "Das Projekt hat den Zielgedanken Wohnen für alle und einen generationenübergreifenden Ansatz."

Grundsätzlich begrüßen alle Fraktionen die Fortsetzung des bereits angestoßenen Projektes. Allerdings gab es insbesondere aus den Reihen der SPD Bedenken, ob die Zahl der Pkw-Stellplätze wirklich ausreiche, zumal die städtische Stellplatzsatzung bereits ab 55 Quadratmetern Wohnfläche einen zweiten Stellplatz bzw. eine Ablöse vorschreibt.

Das sei ein Punkt, den man noch klären müsse, gestand Bürgermeister Söder durchaus zu. Der Stadtrat werde wohl noch etliche Details zu besprechen und zu entscheiden haben.

Auf Nachfrage von Heiko Nitsche (SPD) erwiderte Architekt Zingler, dass aus Sicht der Joseph-Stfitung sehr unwirtschaftlich gebaut werde und man deshalb die vor Jahren definierte Option einer finanziellen Unterstützung seitens der Stadt (Grundstückspreis) werde ziehen müssen. Was nicht nur für Nitsche in Ordnung ist.


Hallstadter bevorzugt

Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf (BB) fand es jedenfalls "sehr erfreulich, dass wir nun weiterkommen." Wert legt das Gremium darauf, dass die (19) Sozialwohnungen in erster Linie an Hallstadter vergeben werden und auch die Häuser den angespannten Markt gerade für junge Hallstadter Familien entspannen helfen sollen. Mit seinem einstimmigen Beschluss bekundet das Gremium erneut, das Projekt mit der Joseph-Stiftung und Architekt Gatz umzusetzen.