Das private Krippenmuseum Alte Schule Hirschaid hat wieder seine Türen geöffnet. Über 400 ausgewählte Krippen-Darstellungen aus dem In- und Ausland sind zu sehen. Die Krippen-Exponate werden ergänzt durch die Sonderausstellung "Madonna mit Kind" und "Krippen aus der Region".In diesem Jahr stand die Eröffnung der Ausstellung "Weihnachtskrippen aus aller Welt" ganz im Zeichen des Gedenkens an Inge und Hubert Patzelt.

Sammler legten Grundstock

Das in diesem Jahr verstorbene Ehepaar, hatte vor über 20 Jahren durch ihre Sammelleidenschaft und viele Eigenproduktionen den Grundstock für dieses außergewöhnliches Museum gelegt.

Hirschaids Bürgermeister Klaus Homann (CSU) würdigte die Eheleute und erinnerte sich an "viele besinnliche und schöne Abende in der Vorweihnachtszeit bei ihnen zu Hause". Gleichzeitig forderte er dazu auf, die Heilsgeschichte und dabei insbesondere die Herbergssuche von Maria und Josef nicht auf Ereignisse vor über 2000 Jahren in Palästina zu beschränken. "Klopfen doch jetzt auch Menschen, Männer, Frauen und Kinder, an unsere Türen", so der Bürgermeister, die "kein Zuhause mehr haben, verfolgt wurden und ihre Heimat verlassen mussten".

Themenmittelpunkt der diesjährigen Ausstellung sind Darstellungen "Mit Krippen auf dem richtigen Weg" mit Exponaten aus der JVA Ebrach. In der arbeitstherapeutischen Abteilung fertigten jugendliche Straftäter eindrucksvolle Krippen-Darstellungen. Reiner Schwab und Markus Übel-Hofmann, beide Mitarbeiter in der JVA, erläuterten den Ausstellungsbesuchern wie wichtig diese Arbeit für die Jugendlichen ist. So können sie beim Krippenbau "oft zum ersten Mal in ihrem Leben ihre eigenen Gefühle ausdrücken", kreativ sein und den Erfolg ihrer Arbeit erleben". Weitere Krippen-Darstellung aus der der Arbeitstherapie der JVA Ebrach können im Rahmen des Ebracher Adventsmarktes, am 7. Dezember, ab 13 Uhr, im Aufenthaltsraum der JVA besichtigt werden.

Eine ganz besondere Darstellung der Krippe stellte der Hirschaider Krippenbaumeister Horst Wende zum ersten Mal vor. Inspiriert wurde er durch die Aussagen des deutschen Astronauten Alexander Gerst über seine überaus bewegenden Eindrücke von der Erde, die er vom All aus gewonnen hat. Wende fertigte eine Erdkugel aus dunklem Holz, zerfurcht und in Mitleidenschaft gezogen, aber in der Mitte ganz klein und in ein warmes Licht getaucht, eine Darstellung der Krippe und damit der Heilsgeschichte. Er sprach in diesem Zusammenhang davon, dass man "sich um den blauen Planeten kümmern" und "auf ihn aufpassen muss", dass er nicht "bald auch so in der Realität so aussieht".

Ganz gleich, ob nun mit den Krippen-Darstellungen zeitkritische Botschaften dargestellt werden oder Jesus und Maria liebevoll auf ihren Sohn in einer fränkischen Landschaft schauen - der Vielfalt der Darstellungen sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. Gleiches gilt für die verwendeten Materialien und Formen. Jeder Besucher kann beim Betrachten der Exponate sicherlich "sein ganz persönliches Lieblingsstück" finden.
Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von den Damen von "Die Zwoa und die Zwoa und a Gitarn". Sie stimmten die Gäste mit besinnlichen Liedern auf die kommende Advents- und Weihnachtszeit ein.

Freier Eintritt

Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos. Mathilde und Walter Bergmann würden sich aber sehr über Spenden für das Zisterzienserkloster Sticna in Slowenien freuen.

Ort Krippenmuseum Alte Schule Hirschaid neben der Pfarrkirche St. Vitus.

Termin Die Ausstellung kann samstags und sonntags, am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag, am Neujahrs- und am Dreikönigstag, jeweils von 14 bis 18 Uhr kostenlos besichtigt werden.

Führungen Sonderführungen können für Gruppen, auch außerhalb der Öffnungszeiten, von Walter Bergmann (Tel. 09543/6267) vermittelt werden.