Zählgerät und Beschilderung. Das fehlt Kreszentia Nüßlein noch zum Glück. Genauer gesagt, sind diese beiden Punkte auf der Checkliste abzuhaken, damit die Biscberger Bücherei weiterhin in den Genuss von Fördermitteln gelangen kann. Ab übernächstem Jahr gilt der Kriterienkatalog. Natürlich nicht allein für die Biscbberger, sondern für alle öffentlichen katholischen Büchereien, die dem St. Michaelsbund angeschlossen sind. Damit bleibt Kreszentia Nüßlein und all ihren Büchereileiter-Kollegen noch Zeit, ihre Einrichtungen auf den Level der Mindestanforderungen zu gelangen.

Nach dem was Nüßlein und ihr nunmehr neunköpfiges Team - dem auch zwei Jugendliche angehören - geschafft haben, dürfte das machbar sein. Vor fünf Jahren erlebte das Büchereiwesen in Bischberg einen kompletten Neustart - eine neue Generation Ehrenamtlicher löste das vorherige verdiente Team ab. Erneuerung bei den Mitarbeitern, Erneuerung aber auch bei den Medien. Es folgten Jahre intensiver Aufbauarbeit, so dass Büchereileiterin Nüßlein nun stolz verkündet, dass man in Sachen Aktualität und Attraktivität mit den anderen Einrichtungen mithalten kann.


Tolles Anggebot

Man hat nun ausreichend Medien, eine stetig wachsende Leserschaft und entsprechend ansteigende Ausleihzahlen. "Unser Angebot ist richtig gut." Die katholische öffentliche Bücherei St. Markus ist seit ihrem Neustart im Pfarrgemeindehaus neben St. Markus beheimatet. Dort arbeitet die Grünen-Gemeinderätin zusammen mit ihrem treuen Team. Das sucht mittlerweile auch schon wieder Verstärkung. Auch diesen Aspekt führte die Büchereileiterin bei ihrem Bericht im Gemeinderat aus.

Seit sie mit dem Neustart die Leitung übernommen hat, informiert sie in jedem Jahr über die jeweilige Entwicklung der Einrichtung. 2015 bezeichnet sie als ein "gutes Jahr". Das ehrenamtliche Team absolvierte 1500 Stunden - "mindestens". Kreszentia Nüßlein hob die Kooperation mit Schule und Kindergärten hervor. Sie thematisierte aber auch die Themen, bei denen Handlungsbedarf bestehe: So werde es angesichts des Zulaufs - "wir sind mittlerweile Begegnungsstätte" - allmählich eng in der nur 80 Quadratmeter großen Bücherei. Seit den Anfangsjahren schon hätte man gerne ein paar bessere Möbel. Die Rede ist konkret von zwei Schreibtischen und zwei Schreibtischstühlen.

Sollte sich machen lassen, signalisierte Bürgermeister Johann Pfister (BI). Mit dem Neustart unterstützt die Gemeinde die Einrichtung finanziell. Auch für dieses Jahr werden wieder 5000 Euro zur Verfügung gestellt. Das mit dem Besucherzählgerät sollte sich auch auf dem kleinen Dienstweg bewerkstelligen lassen, so Pfister. Das Gleiche gelte in Sachen Beschilderung, zumal das Gemeindeoberhaupt zugestehen musste, dass die Bücherei relativ schwer zu finden sei. Weil man bereits bis auf diese beiden Kriterien den Forderungskatalog abhaken kann, zeigte sich Kreszentia Nüßlein zuversichtlich, nun auch den Rest zu packen. Um aber auch beim Angebot auf den neuesten Stand zu kommen, möchte sie die andernorts gut gefragten Zeitschriften auch in Bischberg einführen, weshalb sie nun auf der Suche nach Sponsoren ist.

Bischberg zählt nun zu den eher kleineren und jüngeren Büchereien, Hallstadt ist die größte und älteste, wie sieht man die Sache mit den Mindestanforderungen hier? Recht entspannt, zeigen die Ausführungen von Leiterin Claudia Helmreich. Hallstadt erfüllt die Forderungen schon jetzt so gut wie alle, die kleineren werden sich vermutlich schwerer tun.

Der Katalog sei aber insbesondere deswegen aufgestellt worden, um Fördergeber - die Träger der Einrichtungen beziehungsweise die Kommunen - verstärkt in die Pflicht nehmen zu können. "Ich begrüße diese Maßnahme der Qualitätssicherung", spricht Helmreich hier einen weiteren zentralen Aspekt an. In Hallstadt werden ihrer Einschätzung nach sicherlich schon 13 oder 14 Kriterien erfüllt, zeigt sie sich zuversichtlich.

Nach ihrem engagiert vorgetragenen Jahresbericht - übrigens auch eine Forderung des Kataloges - war Kreszentia Nüßlein der anerkennender Applaus des Gremiums sicher. So darf man wohl davon ausgehen, dass die jährlichen Mittel seitens der Gemeinde wieder fließen. Mit den Zusagen - Büromöbel, Zählmaschine und Hinweisschilder - steht der Bürgermeister in der Pflicht. Dann könnte Bischberg schon heuer die 15 Punkte komplett abhaken.

Zusatzinfos:

Die Einrichtungen Im Landkreis Bamberg gibt es insgesamt 36 öffentliche Büchereien, von denen 31 dem St. Michaelsbund angeschlossen sind. Bei den restlichen handelt es sich um kommunale sowie um evangelische.

Förderung Der Landkreis unterstützt die öffentlichen Büchereien jedes Jahr mit hohen Beträgen. 2014 gab es für die Einrichtungen insgesamt 14 964 Euro an Zuschüssen, im vergangenen Jahr waren es 14 925.

Der Katalog Die Mindestanforderungen für katholische öffentliche Büchereien wurden im Michaelsbund mit den bayerischen Diözesanbibliothekaren erarbeitet und sollen den Büchereien etwas an die Hand geben, mit dem sie an die Träger in Sachen Förderung herantreten können.

Die Kriterien Größe des Büchereiraums, Beschilderung, Öffnungszeiten, EDV-Einsatz, Erreichbarkeit per Telefon, Gesamtbestand, Umsatz, Medienetat, Veranstaltungen, Kooperation mit Partnern, Statistik/Jahresbericht, Präsenz auf Homepage, Mitarbeitertreffen und Fortbildung der Mitarbeiter zählen zu den 15 Kriterien, wobei manche Vorgaben sich auf die Größe der Kommune beziehen, in der die Bücherei besteht. an