Nicht für jede Veranstaltung würde Abas Hakimi den Saal zur Verfügung stellen, den er im ersten Stock der Luitpoldstraße 17 sein Eigen nennt. Was dort stattfindet, müsse schon zur Historie und zum Renomée des Einzeldenkmals passen, sagt der Hausherr mit erkennbarem Stolz. Der Saal - das ist das ehemalige "Luli", das größte der fünf Kinos, die es unter einem Dach in dem einstigen Ufa-Haus am Luitpoldeck gab. Die Kinos waren längst stillgelegt, als der aus Afghanistan stammende Sachverständige für Orientteppiche vor ein paar Jahren das unter Denkmalschutz stehende Gebäude kaufte und sanierte. Fünf Wohnungen und mehrere Gewerbeeinheiten beherbergt das Haus heute. Der Eigentümer zeigt sich zufrieden und ist erkennbar stolz, dass es ihm gelungen ist, den Leerstand zu beenden und den ganzen Komplex neu zu beleben.

Der einzige Raum, der nicht ständig genutzt wird, ist der 650 Quadratmeter große und zehn Meter hohe frühere Kinosaal. Wer das "Luli" kannte, mag beim Anblick der restaurierten Deckenlampen aus Messing nostalgische Gefühle bekommen. Mancher Besucher zählte früher im Dunkeln die "Sterne" über sich, um die Zeit bis zum Filmbeginn zu überbrücken. An die 500 000 Euro hat Hakimi nach eigenen Angaben allein in dieses sein "Schmuckstück" gesteckt. Seine jüngste Investition waren 350 Stühle und 80 Tische, damit dort nicht nur Stehempfänge möglich sind.

Nun hat sich der Geschäftsmann vorgenommen, den Saal bei den älteren Bambergern wieder in Erinnerung zu rufen und jüngere, die von dessen Existenz gar nichts wissen, darauf aufmerksam zu machen. Er berichtet von Leuten, die schon ratlos auf dem Gehsteig vor seinem Teppichgeschäft standen, weil sie unter der Adresse Luitpoldstraße 17 einen Saal suchten, aber nicht fanden. Der befindet sich im ersten Stock und wird, wie zu Kino-Zeiten, über einen separaten Eingang mit großzügigem Treppenhaus bzw. einem Aufzug erschlossen.
Die Vermieter bewirtschaften ihn nicht selbst. Wer den Saal bucht, kann Essen und Getränke mitbringen oder liefern lassen. Eine kleine Küche steht zur Verfügung. Die Saalmiete macht Familie Hakimi abhängig von der Größe und Art einer Gesellschaft. Wer eine private Feier mit rund 100 Personen plant, ist nach ihren Angaben mit 500 Euro am Tag dabei.