Die Gästeliste des Festaktes, mit dem der Abschluss des Investitionsprogramms "Nationale Unesco-Welterbestätten 2009 bis 2014" am Michelsberg gefeiert wurde, konnte sich sehen lassen: Neben Bamberger Lokalgrößen wie Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), Erzbischof Ludwig Schick, MdB Andreas Schwarz (SPD) und Landtagsabgeordneter Heinrich Rudrof (CSU) kamen auch die Regierungsvizepräsidentin von Oberfranken, Petra Platzgummer-Martin, sowie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Innenminister Joachim Herrmann (CSU) schaute kurz vorbei, Generalkonservator Mathias Pfeil hielt die Festansprache, und aus Berlin kam Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) angereist. Zuvor nahmen alle gemeinsam die Klosteranlage unter der Führung von Stiftungsreferenten Bertram Felix in Augenschein.

Das Investitionsprogramm wurde im Jahre 2009 ins Leben gerufen und ein Jahr später erneut aufgelegt. Bamberg bewarb sich in beiden Jahren und kam dadurch zu Gesamtfördermitteln in Höhe von 8,1 Millionen Euro. Rund 2,73 Millionen davon flossen in die Generalsanierung des Klosters Michaelsberg. Die restlichen Millionen wurden für die Sanierung von St. Elisabeth, St. Getreu, das Themenfeld Urbaner Gartenbau, die privaten Vorhaben Tocklergasse 1 und St. Johannis sowie den Umbau und die Sanierung des ehemaligen Waisenhauses zu einer Jugendherberge verwendet.

"Es war eine gute Idee"

"Es war eine gute Idee, einen Teil des Konjunkturpakets in den Erhalt der Weltkulturerbestätten in Deutschland zu investieren", betonte die Bundesbauministerin. Insgesamt hatte der Bund 220 Millionen Euro für städtebauliche Entwicklung zur Verfügung gestellt. Damit sollten besonders die Weltkulturerbestätten als lebendige Orte er- und unterhalten werden. Aufgrund des großen Erfolges des Programms - es war gleich 18. Mal überzeichnet - werden auch dieses Jahr weitere 50 Millionen Euro für "Premiumwerke" von der Bundesrepublik zur Verfügung gestellt.

Geld, welches Bamberg gut brauchen könnte. Zwar war es der Bürgerspitalstiftung gelungen, mit Hilfe des Investitionsprogrammes die Finanzierung der Restauration von Fassaden und Mauern von St. Michael in Angriff zu nehmen. "Allerdings erbrachten die im Rahmen dieses Programms durchgeführten umfangreichen Untersuchungen leider die Gewissheit, dass auch die Abteikirche mit ihrem einsturzgefährdeten Himmelsgarten stark sanierungsbedürftig ist", betonte Oberbürgermeister Andreas Starke. Somit würden künftig noch rund 45 Millionen Euro fehlen, um die gesamte Klosteranlage für den Beginn der nächsten 1000 Jahre zu ertüchtigen.
Auch Melanie Huml freute sich, dass öffentliche Fördermittel vom Bund in die Sanierung der Klosteranlage geflossen sind. Zumal sie selbst viele persönliche Erinnerungen mit der Michaelskirche verbindet. "Mein Mann und ich haben hier zwar nicht vor 1000 Jahren, aber immerhin doch schon vor rund einem Jahrzehnt den Bund der Ehe geschlossen." Zudem sei der Michaelsberg ein Juwel, das einfach zu Bamberg gehöre.