Die Erleichterung und Freude der 112 Absolventen, die im Hegelsaal der Konzerthalle im Rahmen der Freisprechungsfeier ihre Gesellenbriefe entgegennahmen, war sichtlich groß. Schließlich liegen im Schnitt drei Lehrjahre hinter ihnen - mit allen Höhen und Tiefen.

Allerdings, so betonte Kreishandwerksmeister Manfred Amon, werde der jetzige Abschluss noch lange nicht das endgültige Ziel ihrer beruflichen Anstrengungen sein, sondern nur ein erster Schritt. "Denn anders als in früheren Zeiten, in denen der technische Fortschritt nur sehr langsam voranschritt und die erlernten Techniken über ganze oder mehrere Generationen galten, gilt heute: Was derzeit topaktuell ist, ist morgen schon wieder veraltet", unterstrich der Kreishandwerksmeister. Hinzu komme, dass die Arbeiten, die Handwerker heutzutage verrichten, ständig anspruchsvoller werden und auch die Ansprüche der Kunden gestiegen seien.

Erfreulich jedoch sei, wie Handwerkskammer-Vizepräsident Matthias Graßmann in seiner Ansprache berichtete, die Tatsache, dass die jungen Absolventen beste Zukunftsaussichten hätten. Zumal es immer schwieriger werde, geeignete Fach- und Nachwuchskräfte für das Handwerk zu gewinnen.

Nachwuchs gesucht

"Trotz der hohen Ausbildungsquote beklagen viele unserer Betriebe zunehmend einen Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften. Die zu lösen, wird eine der großen Herausforderungen in den nächsten Jahren", sagte Graßmann. Dabei habe das Handwerk überhaupt keinen Grund sich zu verstecken. Es sei modern und innovativ, es biete Chancen und Karrieren und sei die sympathische Wirtschaftsmacht von nebenan.

Glückwünsche gab es auch von Bürgermeister Christian Lange (CSU) und vom stellvertretenden Landrat Johann Pfister (BI). Beide betonten aber auch die Bedeutung des Handwerks, nicht zuletzt für die Region Bamberg. "Wir sind stolz, dass wir in Bamberg noch fast 900 Handwerksbetriebe mit über 7300 Beschäftigten haben. Sie prägen die Stadt und wir werden daher alles dafür tun, dass es ihnen gut geht", sagte Lange. Und auch Pfister betonte, dass ein praktischer Handwerker eine wichtige Rolle spiele. "Sein Wert wird auch weiterhin steigen. Denn Handwerker sind unmittelbar am Menschen und helfen, wo es nötig ist. Und wenn das Haus unter Wasser steht, nützt es nichts, dass ihnen jemand einen Vortrag darüber wie hält, sondern es braucht einen Praktiker, der den Schaden richtet."

Insgesamt haben die Winterprüfung 112 Prüflinge bestanden. Das Metall-Handwerk stellte mit 33 Metallbauern und 21 Feinmechanikern die größte Zahl der erfolgreichen Prüflinge. Danach folgten die Anlagemechaniker und Elektroniker mit 47 Gesellen. Das Bäckerei-Handwerk bildete vier Gesellen und zwei Fachverkäuferinnen und das Malerhandwerk fünf Gesellen aus.