Sieben Jahre lang war das Bürgerhaus zweckentfremdet: Weil die Stadtverwaltung das Rathaus nicht mehr nutzen konnte, diente das Gebäude vis a vis als Ausweichquartier. Die Zeit als Rathaus-Provisorium ist seit Dezember zu Ende, die letzten Gebrauchsspuren werden beseitigt. Im Anschluss soll der Bau den Hallstadtern wieder zur Verfügung stehen, viel mit Leben erfüllt und dabei möglichst optimal genutzt werden.

Dazu gehört auch, dass der Stadtrat ab März wieder in seinen Sitzungssaal im Dachgeschoss zurückkehrt. Freilich müssen bis dahin die vormaligen technischen Probleme behoben sein. Abgeschliffen sind bis dahin dann auch die Holzböden und kleinere Ausbesserungsarbeiten erfolgt.

Das ließ Bürgermeister Thomas Söder (CSU) den Stadtrat zu diesem Thema wissen. Es hätten bereits verschiedene Vereine ihr Interesse an der Nutzung bekundet, wie etwa der Musikverein, der wie zuvor das Untergeschoss nutzt. Dazu bekundete Stadtrat Klaus Hittinger (CSU) in seiner Funktion als Musikvereins-Vorsitzender Interesse an weiteren Räumen für die Erteilung von Einzelunterricht.

Seniorenarbeit würde Seniorenbeauftragter Detlev Breier gerne im Bürgerhaus machen. Beispielsweise seine Sprechstunde in einem Raum, in dem zudem Unterlagen gelagert werden könnten. Gleichfalls würde er gerne Zusammenkünfte wie einen Seniorennachmittag abhalten. Dazu werde ein größerer Raum wie der im Parterre benötige, man müsste aber auch Kaffee kochen können, formulierte er einen Wunsch.

Nach Wunsch des Ersten Bürgermeisters wird das Foyer des Hauses wieder für Empfänge, Ausstellungen und ähnliches genutzt. Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf (BB) erinnerte daran, dass das Gebäude ursprünglich als "Haus der Vereine" konzipiert war. "44 Vereine mit 18 Fahnen brauchen wieder eine Bleibe", erinnerte er.

Wolf stellt sich eine feste Zuteilung und einen Belegungsplan vor und schlug zudem die Anschaffung von geeigneten Schränken beziehungsweise Vitrinen vor. Das Gebäude solle aber weiterhin großzügig und "nicht zugestellt" wirken.
Auch möchte Wolf keine Konkurrenz zu bestehenden Gaststätten.


Mehrgenerationentreff

Yasmin Birk (SPD) wiederum schwebt vor, im Bürgerhaus einen Mehrgenerationentreff zu etablieren, was sich unter anderem wegen der Barrierefreiheit anböte. Es müsste allerdings noch ausreichen möbliert werden.

Erster Bürgermeister Söder brachte den Kulturboden in der Marktscheune ins Spiel, hier böten sich weitere Möglichkeiten an. Als das Bürgerhaus errichtet wurde, gab es den Kulturboden noch nicht, somit verfüge die Stadt generell nun über mehrere Optionen. Auf jeden Fall aber solle das Bürgerhaus mit Leben erfüllt werden und für alle Gruppen nutzbar sein. "Ich glaube, es ist alles möglich in diesem Haus. Wo Nachrüstbedarf besteht, können wir das gerne machen," sicherte das Hallstadter Stadtoberhaupt zu.

Harald Werner (SPD) hakte nach: "Wir sprechen von einer kostenfreien Nutzung?" Was Söder umgehend bejahte. Hans-Jürgen Wich (SPD) wiederum wollte wissen, ob man das Haus auch vermieten könne.


Vorrang für Vereine

"Vorrang sollen die Vereine und die soziale Komponente haben," befand Bürgermeister Thomas Söder. "Wenn dann noch Luft bestünde", sei das denkbar. Er bat abschließend darum, in den Vereinen den Bedarf abzufragen.